Schlagwort-Archive: Seebrücke

Köln zeigt Haltung

Tausende im Hambacher Forst und über 10.000 bei antirassistischer Demo am Heumarkt.

Demowochenende in Köln: Viele Kölner/innen schlossen sich am Wochenende den Protesten gegen die Abholzung des Hambacher Forstes an. Etwa 7000 Menschen demonstrierten dort allein am heutigen Sonntag. Hunderte besetzen zur Stunde den Wald und fordern ein Stopp der Baumhausräumungen.

Gleichzeitig demonstrierten in der Kölner Innenstadt über 10.000 Menschen unter dem Motto „Köln zeigt Haltung“ für eine solidarische Flüchtlingspolitik.

Für „Aufnehmen, Hierbleiben, Solidarität – Aufnehmen statt Abschotten!“ Das waren die Forderungen der Demo

Eine sehr bewegende Rede hielt eine Vertreterin der Bewegung Seebrücke, die eine Wende in der Flüchtlingspolitik forderte, und die Kölner Oberbürgermeisterin aufforderte, ihren Worten zur Aufnahme von in Not geratene Flüchtenden, Taten folgen zu lassen. Sie beendete ihre Rede mit den Worten. “Leben retten ist kein Verbrechen – Sterben lassen schon“.

Von Demo wurden solidarische Grüße in den Hambacher Forst geschickt und dazu aufgerufen sich dem geplanten Naziaufmarsch am 29.09. in Köln entgegenzustellen.

Auch beim Sonntäglichen Spiel des 1.FC Köln gegen Paderborn zeigten sich Fans in der Südkurve solidarisch mit den Aktivisten/innen im Hambacher Forst.

Dem rechten Mob nicht die Straße überlassen

Kundgebung gegen den rechten Aufmarsch — Gemeinsam gegen Rechtsruck und für eine offene Gesellschaft

Am Samstag, den 29. September. rufen erneut Leute aus dem Umfeld des „Begleitschutzes Köln“ zu einer Kundgebung am Breslauer Platz auf.

Kurz nach den Ereignissen in Chemnitz versuchten sie schon einmal sich in der Kölner Innenstadt zu treffen. Motiviert von den dortigen Hetzjagden wollten sie auch in Köln spontan durch die Straßen ziehen. Erst durch antifaschistische Mobilisierung zur Gegenkundgebung waren sie gezwungen ihren spontanen Auflauf bei der Polizei anzumelden und sahen sich einer Überzahl von 600 Gegendemonstranten*innen gegenüber. Einige der Teilnehmenden waren bereits von den Übergriffen am Ebertplatz oder von der selbsternannten Bürgerwehr bekannt, die schon im Januar 2016 Menschen am Kölner Hauptbahnhof jagte und dabei 7 Migranten verletzte.

Jetzt versuchen sie erneut mit längerer Planung und weiterer Unterstützung aus dem rechten Lager, auch aus dem Umland, in Köln aufzulaufen. Unter dem Motto „Für ein friedliches Miteinander“ wollen sie am 29.09. eine Kundgebung und vielleicht auch Demo auf der bekannten HOGESA-Strecke veranstalten. Die Symbolik des Aufrufs erinnert stark an die Dresdner PEGIDA – durchgestrichenes Hakenkreuz, Antifa Zeichen und IS Flagge.

Um Geschäft und rechte Politik nicht zu sehr vermischen, wurde Dennis Mocha’s Begleitschutztruppe“ bei Facebook in „Internationale Kölsche Mitte“ umbenannt.
Nach der letzten rechten Kundgebung am 28.08., war dem Begleitschutz, der auch Anlaufstellen an einigen Kölner Kiosken hat, das Büro am Hansaring gekündigt worden.

Bei dieser Kundgebung waren viele Personen, die schon auf zahlreichen Naziaufmärschen in Köln teilgenommen haben, anwesend. Aktivist*innen aus dem Umfeld der Neonazigruppe „Köln für Deutschen Sozialismus“, welche kurz vorher im Mob in Chemnitz mitgelaufen waren, ehemalige Anmelder der KÖGIDA Aufmärsche in Köln oder rechte Hools wie Alfred H.. Dieser war bei einer Sicherheitsfirma beschäftigt und wurde Silvester ‘17 enttarnt. Von ihm existiert ein Bild auf dem er zusammen mit einem der Attentäter von Köln-Mülheim (Anschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft Silvester 2016) bei einem Naziaufmarsch mit Reichkriegsflagge posiert.

Andere Teilnehmer dieser Kundgebung sind vorwiegend durch Polizeipresseberichte bekannt, bei denen es um Menschenhandel und Raub, oder schlichtweg schwere Körperverletzung geht.
Mit einem „friedlichen Miteinander“ haben sie genauso wenig zu tun, wie die AfD mit einer weltoffenen Gesellschaft.

Ermuntert durch die Bilder des aufmarschierenden rechten Mobs in Chemnitz, versuchen ihre Gesinnungsgenoss*innen in Köln gewaltbereite Menschen aus der Hooligan- und Rocker-Szene in Köln mit organisierten Rechten zusammen auf die Straße zu bringen.

Diesem Versuchen werden wir entgegentreten

Jetzt auf die Straße gegen menschenfeindliche Politik und den rechten Mob!

Nach den großen Demos zur Seebrücke und für eine solidarische Flüchtlingspolitik müssen wir in Köln am 29.09. durch eine große antifaschistische und zivilgesellschaftliche Mobilisierung ein Zeichen setzen, dass wir Bilder wie aus Chemnitz hier nicht zulassen werden und dem rechten Mob nicht die Straße überlassen werden.

Kundgebung gegen den rechten Mob:
Samstag 29. Sept., 15‑19h, Breslauer Platz

Aufruf — Köln zeigt Haltung!

Gemeinsam zeigt Köln Haltung

Für Aufnehmen, Hierbleiben, Solidarität!
Große Kundgebung am 16. September, Roncalliplatz, Köln

Nach der großen Demonstration der Seebrücke Köln am letzten Sonntag in Köln mit 2500 Teilnehmer/innen wird am 16.09. in Köln erneut eine große Kundgebung stattfinden mit den Forderungen:

Aufnehmen statt Abschotten!

Hierbleiben statt Abschieben!

Solidarität statt Hetze!

Dem Mob Einhalt gebieten!

Gibt ja heute Abend eigentlich genug Termine. Aber aus aktuellem Anlass:

HEUTE 18:30 Uhr | Breslauer Platz | Gegen Naziterror und Rassismus!

In den letzten zwei Tagen eskalierte ein losgelassener Rassist*innen-Mob in Chemnitz. Für heute haben sich auch in Köln unter dem Motto „Aufwachen Köln!“ Faschist*innen für 19 Uhr auf dem Breslauer Platz angekündigt um an die pogromartigen Ausschreitungen in Chemnitz anzuknüpfen.

Zum Anlass nehmen sich die Rechten eine Auseinandersetzung auf dem Chemnitzer Stadtfest, bei dem ein Mann erstochen wurde. Seitdem treiben AfD, Pegida und Neonazis, Hooligans und andere organisierte Nazistrukturen nahezu ungestört von der Polizei ihr Unwesen auf den Straßen von Chemnitz. Sie machen hierbei Jagd auf vermeintliche Migrant*innen – dass es noch keinen Vergeltungsmord von Seiten der Rechten gab liegt sicherlich nicht an der Präsenz und Kontrolle der sächsischen Polizei, die gestern mit massiver Unterlegenheit den 5-8000 Rechten gegenüberstand. Nachdem bekannt wurde, dass der das ZDF anpöbelnde PEGIDA-Anhänger, LKA-Mitarbeiter ist, macht dies nur erneut den Schulterschluß von Staat und Nazis deutlich. Nach gestern liegen einige Opfer des rassistischen Mobs im Krankenhaus. Wir wünschen den Betroffenen eine schnelle Genesung. Für heute wird nach Dresden mobilisiert. Für Samstag mobilisiert erneut PEGIDA.

Die letzten Wochen haben sich hierzulande tausende Zusammengeschlossen und gegen Abschottung und Verschärfungen im Innern vorzugehen. Die Demonstrationen der Seebrücke und der riesigen Demos gegen das Polizeigesetz haben einen Lichtblick im Rechtsruck gegeben. Die medial inszenierten und vor Ort massiv aggressiven Ereignisse in Chemnitz leben von Spontanität. Nicht zu guter letzt werden sie vorangetrieben von einer Berichterstattung, die allen ernstes von lapidaren Auseinandersetzungen zwischen Linken und Rechten spricht, während Mordparolen gegen Migrant*innen lautstark skandiert werden und zivilgesellschaftliche Akteure sowie Antifaschist*innen den Mut besitzen auf die Straße zu gehen, um dem Mob einhalt zu gebieten.

26 Jahre nach dem Pogrom in Rostock-Lichtenhagen sorgen sich nun deutsche Politiker_innen erneut um das Ansehen dieses Landes. Allein die Sorge um das Ansehen Deutschlands oder Sachsens in dieser Situation ist Ausdruck der rassistischen Zustände die als Ängste dargestellt werden. Das Problem sind nicht die „Ängste“ der Deutschen, das Problem sind nicht Migrant*innen oder Geflüchtete, die einen unfassbar beschwerlichen Weg hinter sich bringen müssen um die Mauern der Festung Europa zu überwinden: das Problem ist ein breit getragener Rassismus, der sich an Ereignissen, wie denen in Chemnitz entflammt.

Lasst uns heute Abend den Faschist*innen ganz klar begegnen und ihnen keine Möglichkeit geben, an Chemnitz anzuknüpfen. Kommt um 18:30 Uhr zum Breslauer Platz! Antifaschismus bleibt legitim und notwendig!

Dem Mob antifaschistisch das Handwerk legen – so gut es geht und was auch immer es dafür braucht!

Der EA steht Heute Abend zur Verfügung: +492219327252

Treffpunkt: 18:30 Breslauer Platz.
Hashtag: #koeln2808