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Kölner Unternehmer erhöhte 2017 noch einmal seine Parteispende für die AfD

Wolfgang von Moers — Chef der Kölner Immobilien Firma WvM steigert 2017 noch einmal seine Parteispenden für die AfD

2017 findet sich Wolfgang von Moers erneut unter den größten Parteispender*innen für die AfD. Er förderte die AfD mit einem Betrag von 23.000 €; also nochmal einige tausend Euro mehr als im Vorjahr.

Nachdem Köln gegen Rechts im Sommer letzten Jahres darüber berichtet hatte, dass Wolfgang von Moers 2016 mit einer Spende von 15.000 € zu den größten privaten Parteispender*innen der AfD gehörte, hatte dies für einigen Aufruhr gesorgt. Seine in Köln, Düsseldorf und Berlin aktive Immobilienfirma WvM Immobilien + Projektentwicklung GmbH tritt in der Öffentlichkeit sonst eher mit zahlreichen Spenden für soziale und caritative Vereinigungen und Sportvereine in Erscheinung. Meist fließen die Spenden an Projekte in den Stadtteilen, in denen seine Immobilienfirma mit größeren Projekten aktiv ist.

Wütende Reaktion auf Veröffentlichung

Die Veröffentlichung der AfD Parteispende von Wolfgang von Moers durch Köln gegen Rechts behagte von Moers ganz und gar nicht. In einer wütenden Nachricht bezeichnete er die Veröffentlichung als „Meinungsfaschismus“ und „Hetze“. Anscheinend war von Moers nicht bewusst, dass Parteispenden ab einer gewissen Höhe der Veröffentlichungspflicht unterliegen und die Liste der Parteispender*innen vom Präsidenten des Deutschen Bundestages jährlich veröffentlicht wird.

Für 2017 siehe Seite 231 bei: http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/070/1907000.pdf
Außerdem warf er in seiner persönlichen Nachricht KgR vor private und geschäftliche Aktivitäten nicht voneinander trennen zu können. Allerdings verschickte er diese privat abgefasste Mail direkt vom offiziellen Geschäfts Acount von WvM.

Recht ausführlich wies er, neben seiner gleichzeitigen Spende an die CDU, auch auf die Spenden und Sponsoring für zahlreiche Sportvereine und Projekte hin. Eine Auflistung der Begünstigten findet sich am Ende dieses Textes.

Kein Sponsoring mehr von WvM

Als Konsequenz seines finanziellen Engagements für die AfD kam es in einigen Sportvereinen und bei Veranstaltern zu Diskussionen über das Sponsoring von WvM. So beschlossen u.a. Wirte und Wirtinnen, die die Mülheimer Nacht ausrichten, auf ein nochmaliges Sponsoring des AfD-Förderers zu verzichten.

Dass Wolfgang von Moers seine geschäftliche Interessen mit der Politik der AfD im Einklang sieht , bestätigte er mit einem Firmenposting von WvM an Köln gegen Rechts, in dem er die Ablehnung einer Mitpreisbremse – wie von der AfD propagiert – vehement unterstützte. Soziales Engagement sieht anders aus…

Kein Wunder, WvM Immobilien engagiert sich denn auch weniger im sozialen Wohnungsbau als in der Vermarktung von Luxus- und sehr teuren Eigentumswohnungen. Die Entmietung von preiswerten Altbeständen und Umwandlung in teure luxussanierte Eigentumswohnung ist dabei ein gern geübtes Geschäftsmodell.

WvM in Ehrenfeld

In letzten Jahr kam vor allem ein Projekt von WvM in Ehrenfeld in die Schlagzeilen. Beim Umbau an einem Großprojekt an der Hansemannstr./Venloerstr. beschädigten die von WvM beauftragten Firmen eins der ältesten Häuser in Ehrenfeld, dass unter Denkmalschutz stand, so schwer, dass mittlerweile eine Abrissgenehmigung für das historische Gebäude erteilt wurde. Eigentümer dieses Gebäudes ist ebenfalls WvM. Dies sorgte in Ehrenfeld für einigen Unmut. Die schwere Beschädigung während der Arbeiten wurde von Passanten an die Polizei gemeldet , die daraufhin weitere Arbeiten stoppte. In einer Meldung des Kölner Express vom 25.05.2018 wurde dazu ein Anwohner mit den Worten zitiert:

„Das sind kriminelle Unternehmer, die sowas bewusst in Kauf nehmen, um das Baugrundstück zu erweitern. Die bauen einfach ohne statische Absicherung weiter. Das ist schon skrupellos“,

Die Bürgervereinigung in Ehrenfeld wies darauf hin, dass laut Denkmalschutzgesetz des Landes Nordrhein-Westfalen jemand, der ein Denkmal beschädigt, zum Wiederaufbau verpflichtet werden kann. Nichtsdestotrotz wurde Ende letzten Jahres eine Abrissgenehmigung erteilt und statt einer Rekonstruktion des Gebäudes, ist nun eine Neubebauung geplant, was erstaunlicherweise um einiges besser in das Portfolio von WvM passt, als die Rekonstruktion eines historischen Altbaus.

Plötzlich war die Wand weg

Nicht das erste Mal, dass WvM solche „Missgeschicke“ passieren. Googelt man ein bisschen, findet sich schnell eine Express-Meldung von 2010. Unter der Überschrift „Vermieter-Terror: Plötzlich war die Wand weg“, findet sich ein ähnliches „Missgeschick“ von WvM.

Braunsfeld

Nach der Veröffentlichung der AfD Parteispende von Wolfgang von Moers im letzten Jahr erreichte uns auch noch zahlreiche andere Mails von Betroffenen der WvM Projekte:
Hier ein Zitat von einem Anwohner in Braunsfeld zu einem dortigen Projekt von WvM:

„Hier in Braunsfeld geht es wohl letztlich (auch) darum, „normale“ Bewohner zu vertreiben und ein reines Upperclass-Veedel zu schaffen. Ähnliche Tendenzen sind zwar auch in anderen Stadtteilen zu beobachten, in denen WvM und ähnliche Immobilienhaie aktiv sind. Nur hier in Braunsfeld ist der Artenschutz für Normalverdiener inzwischen ganz aufgehoben: Lärm, Dieselqualm und – im Brandfall – sogar Gefährlicheres kommt künftig nur noch bei den wenig betuchten Bewohnern der Hochhäuser hier an. Die Wohlhabenden werden dagegen bestmöglich geschützt. Viele Mieter hier in unseren Häusern sagen: „Die ‚verheizen‘ uns regelrecht.“

Wir von Köln gegen Rechts sind keine Spezialisten*innen für solche Vorgehensweise von Immobilienfirmen und wollen deswegen dazu außer der Berichterstattung über die beim Googeln gefunden Beispiele, oder den uns zugesandten Mails keine weitere Bewertung vornehmen.

Aber als soziales Engagement lässt sich dieses Verhalten von WvM allerdings wirklich nicht verorten. Die wütende Reaktion von Wolfgang von Moers, auf die bloße Veröffentlichung seine Parteispende für die AfD, mit Begriffen wie „Meinungsfaschismus“ und „Hetze“, kennen wir von zahlreichen anderen Postings aus dem rechten Lager.

Wir hoffen, dass das Ganze und auch seine erneute, diesmal noch höhere Spende für die AfD, Anlass ist für die zahlreichen geförderten Sportvereine und Projekte, deren Namen WvM werbewirksam für sein öffentlich zur Schau gestelltes soziales Engagement aufführt, darüber nachzudenken, ob ein weiteres Sponsoring vom AfD Großspender WvM vertretbar ist.

Hier eine unvollständige Liste der von WvM unterstützen Vereine und Projekte:

  • Kölner Haie
  • Cologne Crocodiles
  • HSG Refrath-Hand
  • FC Viktoria Köln 1904 e.V.
  • KHTC Blau-WeißRheinFlanke Berlin
  • Diakonie Michaelshoven
  • Kölner Kinderschutzbund
  • HafenAkademie Köln Mülheim e.V.
  • Miteinander Füreinander Festival in Mülheim
  • Festausschuss Ehrenfelder Karneval EV
  • Loss mer schwade
  • Prinzengarde Rot- Weiß Hürth 1947 e. V.
  • kinderherzen
  • Förderverein für krebskranke Kinder e.V. Köln
  • Freie Volksbühne Köln e.V.
  • Lost Sisters Karnevalsgesellschaft e.V.
  • OHA e.V. – Ortho Hilfe Afrika
  • Stiftung mutige Kinder
  • Födervereine Humboldt-Gymnasium KölnSC West Köln Jugendabteilung
  • Aidshilfe Köln
  • Run of Colours