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Nazis in die Suppe spucken

Wie wir hier schon berichteten, will am Sonntag, 8. September 2019, der als HoGeSa-Anmelder  und bekannte Mönchengladbacher Nazi Dominik Roeseler, erneut eine Großdemo mit Nazis und rechten Hooligans durchführen.

Wie schon vor ein paar Wochen in Köln oder Düsseldorf wird dabei versucht, die schreckliche Tötung eines Kindes im Frankfurter Bahnhof für plumpe Hetze gegen Geflüchtete und Migranten*innen zu instrumentalisieren Roeselers Verein „Mönchengladbach steht auf“ kooperiert dabei mit zahlreichen Vereinen aus dem extrem rechten Hooliganspektrum, u. a. der ‚Bruderschaft Deutschland‘ und der ‚Internationalen Kölschen Mitte‘.

23 Gruppen aus dem Nazi, rechten Hooliganspektrum und aus anderen extrem rechten Vereinigungen rufen mittlerweile zu dem Marsch auf. Erst meldete Roeseler die Demo unter dem Motto ‚Fremde Täter, einheimische Opfer‘ an, mittlerweile mobilisiert er zu dem Marsch unter dem Motto „Stoppt die Gewalt“. Was für ein Hohn, ist doch ein Großteil des aufrufenden Spektrums durch zahlreiche Übergriffe und Gewaltdelikte in den letzten Jahren bekannt.

Diesem Spektrum geht es einzig und allein darum auf populistische und widerwärtige Art und Weise den Tod eines Kindes zu instrumentalisieren, um eine Legitimation zur Verbreitung von Hass, Angst und Rassismus zu haben.

Gegenmobilisierung von Mönchengladbach stellt sich quer (MSSQ)

Unter dem Motto „Den Nazis in die Suppe spucken“ rufen viele Gruppen aus Mönchengladbach zu Gegenprotesten auf:

„Es liegt an uns, dem ganzen rechten Spuk Einhalt zu gebieten. Deshalb rufen wir dazu auf sich dem rechten Mob entgegen zu stellen: bunt, laut und massenhaft.“

Unterstützung aus Köln

Wir wollen aus Köln die Gegenproteste in Mönchengladbach unterstützen. Eine Infoveranstaltung über den rechten Aufruferkreis und die Gegenmobilisierung findet im Rahmen des offenen Treffs von Köln gegen Rechts am Dienstag, den 27. August um 19 Uhr in der Alten Feuerwache statt.

Zur Infoveranstaltung

Wer sind all diese Organisationen, die sich dort trotz aller Unterschiede im Aufruf zur Demonstration einig sind in was für einem Sumpf wir uns dort bewegen. Wir treffen auf Neonazis aus der NPD, von Die Rechte oder aus Kameradschaften, auf rechte Hooligans, die sich als Bürgerwehren fantasieren oder auch auf Faschist*innen, die sich ein moderneres Gewand angelegt haben….

Hintergrundbericht über rechte Bürgerwehren in NRW

Die NRZ berichtet in einem Hintergrundbericht über die Rechten Bürgerwehren in NRW.

Nein zu Hetze und Heuchelei! — Für Solidarität und Anteilnahme!

Heute, Freitag, 2. August, 19.30 Uhr: Kundgebung gegen Aufmarsch von rechten Hooligans und der NPD Köln auf dem Kölner Bahnhofsvorplatz.

Ein Kind stirbt. Ein Mann stößt es und seine Mutter vom Bahnsteig vor einen Zug. Geschehen in Frankfurt. In Essen-Altenessen lässt ein Vater seinen zweijährigen Sohn verdursten, eingeschlossen in sein Zimmer. In Voerde stößt ein Mann eine Frau vom Bahnsteig ins Gleis. Die Frau stirbt. In Wächtersbach schießt ein Rechtsradikaler auf einen Mann aus Eritrea und tötet dann sich selbst. Er wollte noch einen Flüchtling mitnehmen. In Kassel erschießt ein Nazi einen CDU-Politiker wegen dessen Meinung zur Flüchtlingspolitik.

All diese Fälle machen fassungslos, sie machen wütend, erzeugen ein Gefühl von Hilflosigkeit. Zu allererst erzeugen sie jedoch Trauer bei den Familien, Freund*innen und Bekannten, Angehörigen. Als Außenstehende können wir den Hinterbliebenen nur viel Kraft in dieser schweren Zeit wünschen, ein starkes soziales Netz, das sie auffängt.

Aber statt Trauer und Innehalten wird von AfD und anderen Rechten wegen der Herkunft des Täters in Frankfurt wieder einmal eine rassistische Kampagne initiiert. Rechte Gruppen und Neonazis störten am Dienstagabend eine Trauerandacht in Frankfurt mit ihren Hassparolen. Auch in Essen, Düsseldorf und anderen Städten rufen rechte Hooligans und Nazis zu Kundgebungen auf. Anstand ist vielen politisch Verantwortlichen der AfD und anderen rechtsradikalen Gruppen fremd. Ihnen geht es nicht um Solidarität mit den Hinterbliebenen. Ihnen geht es um das Ausschlachten und Ausnutzen für die eigene politische Agenda.

Festmachen kann man das immer wieder daran, dass Vertreterinnen und Vertreter der AfD bei jeder Verbrechensmeldung anbeißen, bei der ein Mensch mit Migrationshintergrund tatverdächtig ist, bei Verbrechensmeldungen, bei denen aber Deutsche die mutmaßlichen Täterinnen und Täter sind, still bleiben, oder abwiegeln

Rechter Aufmarsch in Köln

Auch in Köln kursiert im Netz ein Aufruf für einen „Trauermarsch“ am Freitagabend um 20h vom Bahnhofsvorplatz aus. Wie wenig es dabei um Trauer und Mitgefühl für die Angehörigen geht, wird in einem Video des Aufrufers deutlich. Darin wimmelt es von wüsten Beschimpfungen gegen die „Wichser von der Antifa, gegen linkes Dreckspack“ und den „linksfaschistischen Staat“ der die „Rechten“ fertigmachen will…“ und weiteren Hassbotschaften.

Der Aufrufer stammt aus dem Umfeld des „Begleitschutzes Köln“, und ist auch schon in der Vergangenheit bei der Facebook-Gruppe einer rechten Bürgerwehr aktiv gewesen, die bei sogenannten „Altstadtspaziergängen“ nach der Silvesternacht 2015/16 Jagd auf Migrant*innen gemacht hat. Der Aufruf wird in der rechten Hooliganszene, beim Begleitschutz Köln, bei Nazis in Köln und darüber hinaus auf den jeweiligen Facebook Seiten hundertfach geteilt. Zahlreiche stadtbekannte Nazis haben schon ihre Teilnahme angekündigt. Mittlerweile ruft auch die Kölner NPD zu der Kundgebung am Freitag auf.

Die Rechten haben ein gemeinsames Ziel: Köln soll zur No-Go-Area für Solidarität und Mitmenschlichkeit werden.

Das werden wir nicht zulassen. Gemeinsam werden wir uns dem Hass entgegenstellen. Kommt zur antifaschistischen Kundgebung von Köln gegen Rechts:  Rechtsextremismus und Hass haben in Köln keinen Platz.

Nein zu Hetze und Heuchelei – Für Solidarität und Anteilnahme!