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Köln gegen Rechts — Eine Gefahr für die Sicherheit Kölns?

Schräg ist das Bild in der Online Ausgabe des Kölner Stadt Anzeigers (14.7.2018) das zu einem Artikel „Für mehr Sicherheit in der Stadt: Kölner Polizisten bekommen neue Kollegen erscheint, in dem ein großes Polizeiaufgebot gezeigt wird mit der Bildunterschrift „Eine Hundertschaft begleitet die Demo von Köln gegen Rechts“. Was will der Journalist uns mit dieser Fotoauswahl sagen? Der KStA hat ausdruckvollere Bilder zu dem Thema im Archiv, z.B. von der rechtsradikalen HOGESA Demonstration im Oktober 2015, wo auch deutlich wird, dass da zu wenig Beamte im Einsatz waren, um vor allem migrantische Kölner*innen vor den Übergriffen des braunen Mobs schützen zu können (In der Print Ausgabe des KStA ist das Foto übrigens bei dem gleichen Artikel weggelassen worden).

Auf eine kritische Mail eines Kölner Bürgers zu dem Online Artikel antwortete der Journalist:

„Natürlich möchten wir mit dem Foto nicht vermitteln, dass antifaschistischer Protest eine Gefahr darstellt … Das von ihnen erwähnte Foto soll schlicht einen polizeilichen Großeinsatz in Köln symbolisieren, ohne jeden Hintergedanken. Es tut mir Leid, wenn Sie einen falschen Eindruck gewonnen haben sollten.“

Na ja, wer hier einen falschen Eindruck hat, bzw. vermittelt, liegt auf der Hand.

Pressemitteilung zum Ablauf der Großdemonstration „Seebrücke — schafft sichere Häfen“ am Freitag, 13. Juli in Köln

Antifaschistisches Aktionsbündnis – Köln gegen Rechts

Ca. 6000 Menschen gingen am Freitag in Köln unter dem Motto „Stoppt das Sterben im Mittelmeer“ auf die Straße.  Sie demonstrierten gegen die Politik Horst Seehofers, der Bundesregierung und der EU. Sie protestierten vor allem gegen die Kriminalisierung der Seenotrettung und die Festsetzung der Schiffe von Sea Watch und anderer Hilfsorganisationen.

Angestoßen von zwei Gastwirten und organisiert von „Köln gegen Rechts“ und der „KG Ponyhof“ aus der Südstadt, mobilisierte ein in Köln in dieser Breite seltenes  Bündnis unterschiedlichster Organisationen, Initiativen und Einzelpersonen für diese Demonstration(s. Anhang). Das Spektrum der Redner*innen reichte vom Antifa Bündnis Köln gegen Rechts, Vertreterinnen der migrantischen Frauenorganisation AISRA und der Willkommensinitiativen bis hin zum DGB Köln. Die Breite des Bündnisses zeigte sich auch in der Reaktion von  Erzbischof Woelki auf unsere Redeanfrage. Er schrieb einen Brief, in dem er bedauerte wegen einer Auslandsreise nicht an der Demonstration teilnehmen zu können und übermittelte „die besten Segenswünsche„.

Reiner Krause von Köln gegen Rechts: „Dass innerhalb der kurzen Vorbereitungszeit von nur einer Woche 6000 Menschen über alle politischen Unterschiede hinweg gemeinsam auf die Straße gegangen sind, zeigt eines deutlich: Viele Menschen haben die Nase gestrichen voll vom Rassismus der Gaulands ,Seehofers und der Groko. Sie sind nicht mehr bereit, den massiven Rechtsruck zu akzeptieren, der aktuell in der zynischen und barbarischen Verhinderung der Rettung von Menschenleben im Mittelmeer gipfelt. Was da in der EU mit maßgeblicher deutscher Beteiligung  passiert, ist organisierte „unterlassene Hilfeleistung„.

In einer bewegenden Rede stellte ein Kölner Mitglied der Sea Watch Crew die verheerenden Konsequenzen dieser Politik dar und dankte für die große Unterstützung. Unter dem tosenden Applaus der Demonstrant*innen schickte er der Sea Watch- per Live-Video Grüße von der Versammlung auf dem Neumarkt an alle festgesetzten Seenotretter und erklärte:

„…die Verantwortlichen haben in bewährter Vogel-Strauß-Politik die Köpfe in den Sand gesteckt, und schnell die wahren Schuldigen für die Misere ausgemacht: Die privaten Seenotrettungsorganisationen……. Was für eine Farce! Wir sollen auf einmal daran schuld sein, dass sich verzweifelte Menschen auf untauglichen Schrottbooten auf die lebensgefährliche Überfahrt nach Europa machen. Das ist nicht nur zynisch, das ist absurd! Die zivile Rettungsflotte hat sich gebildet, nachdem bereits Tausende an Europas tödlichster Grenze jämmerlich ertrunken sind – als Antwort auf die verantwortungslose Politik des Wegschauens seitens der EU. Wir sind vor Ort, weil dort Menschen ersaufen – nicht andersrum!“

Die Demonstration war ein voller Erfolg. Wir hoffen, dass diese Demonstration viele Menschen motiviert hat, sich auch weiterhin gegen die Kriminalisierung der zivilen Seenotrettung zu engagieren. Unmenschlichkeit und Scheinheiligkeit haben ein unerträgliches Maß angenommen. Zugunsten der Abschottung Europas lassen Politiker*innen, die sonst von westlichen Werten reden und oder gar das Christentum im Parteinamen tragen, bewusst Menschen auf dem Mittelmeer ertrinken und kriminalisieren diejenigen, die Leben retten. Damit muss Schluss sein – jetzt und in Zukunft … überall und auch und Köln.

„Wir fordern von der Stadt Köln sich zu einer „solidarischen Stadt“ zu erklären und Geflüchtete  von den Schiffen aufzunehmen wie es Palermo, Berlin und Barcelona in jüngster Vergangenheit schon angekündigt haben. Unzählige Bürger*innen Köln haben in den letzten Jahren praktische Solidarität geübt – wir sind sicher, sie werden es weiterhin tun!

Wir finden uns nicht damit ab, dass immer stärker Rassismus und Nationalismus zum Regierungshandeln werden!

Wir finden uns nicht ab mit rassistischer Gewalt und Hetze!

Lasst uns einen Anfang machen!

Köln muss solidarische Stadt werden! Köln muss Seebrücke Stadt werden!“ (aus der Rede von Köln gegen Rechts am 13.7. 2018 auf dem Neumarkt).

Wir werden weiter Sea Watch, die anderen Seerettungs NGO’s und die Kampagne „Seebrücke“ unterstützen.

Deshalb rufen wir dazu auf, am Dienstag 17.7. nach Düsseldorf zu fahren, um Seehofer bei einem Besuch dort einzuheizen.

Dienstag, 17.7. 2018 um 09:30, Düsseldorf, Haroldstr. 4, am Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen

Anreise aus Köln am 17.7, 08.20 Gleis 1 (a-c) Köln Hbf (RE5 nach Düsseldorf 08.31)

Beitrags Foto mit freundlicher Genehmigung von Kay-Uwe Fischer.

Stoppt das Sterben im Mittelmeer — Demoroute Köln

Immer mehr Unterstützer/innen — Immer mehr Städte

Die Zahl derjenigen, die den Aufruf zur Demonstration am kommenden Freitag unterstützen steigert sich von Tag zu Tag. Auf der Webseite von Köln gegen Rechts sind die Mitaufrufer/innen aufgeführt, allerdings ohne Anspruch auf Vollzähligkeit, da stündlich neue dazukommen. Viele andere Gruppen und Bündnisse rufen ebenfalls zur Unterstützung der Demo auf.

Immer mehr Städte

Auch in immer mehr Städten finden an dem Wochenende Demos unter dem Motto Seebrücke schafft sichere Häfen statt. Eine Auflistung findet ihr hier: https://www.facebook.com/SeebrueckeSchafftsichereHaefen/

Demoroute und Kundgebungen

Der Demonstrationsauftakt ist um 18h am Bahnhofsvorplatz: Dort soll es eine ca. halbstündige Auftaktkundgebung geben. Es wird als Hauptredner ein Crewmitglied von Sea Watch reden.
Sollte der Bahnhofsvorplatz wegen der großen Anzahl von Menschen, die wir mittlerweile bei der Demonstration erhoffen, zu klein sein, wird es dort nur einen kurzen Auftakt geben.

Die Demonstration zieht dann weiter durch den Tunnel Richtung Unter Goldschmied. Dann geht es weiter zum Gürzenich, wo eine Zwischenkundgebung erfolgt. Von dort geht es zum Neumarkt.

Sollte unser Demonstrationszug zu groß für den Bahnhofsvorplatz sein, wird dort der Hauptredner von Sea Watch reden.

Weiter geht es dann über die Aposteln und Ehrenstraße und die Ringe zum Rudolfplatz mit einer Abschlusskundgebung.

Musikalisch werden die Kundgebungen begleitet von Buntes Herz: JP Weber, Wolfgang Hildebrandt und K.A.G.E.

Teilt alle nochmals die Facebook Veranstaltung und ladet Eure Freunde/innen ein.

Immer mehr Zulauf für die Demonstration am 13. Juli in Köln

Demos in zahlreichen anderen Städten

Die Bewegung gegen das Sterben auf dem Mittelmeer und die Blockade ziviler Rettungskräfte nimmt weiter Fahrt auf!

Nachdem es letztes Wochenende schon in zahlreichen Städten Demonstrationen gegeben hatte (u.a. in Berlin mit 12.000 Teilnehmer/innen) gab es heute eine Protestaktion von Sea Watch auf der Elbe und in Rom blockierten Aktivisten/innen das italienische Transportministerium.

Für das kommende Wochenende sind außer in Köln auch Demonstrationen und Kundgebungen in Hamburg, Magdeburg, Essen, Würzburg, Freiburg, Reutlingen, Zürich und vielen anderen Städten unter dem Motto Seebrücke – Schafft sichere Häfen. Jeden Tag kommen Ankündigungen für weitere Demonstrationen in mehr Städten hinzu.

Immer mehr Gruppen rufen zur Demonstration in Köln auf

Die Demonstration in Köln wird von immer mehr Gruppen, Initiativen, und Einzelpersonen unterstützt. Unten eine Liste der Gruppen, die als Mitveranstalter/Innen die Demo unterstützen. Zahlreiche weitere Initiativen rufen zur Teilnahme an der Demo auf.

Die Demonstration wird mit einer Kundgebung um 18h auf dem Bahnhofsvorplatz beginnen. Die spätere Demonstrationsroute wird morgen bekannt gegeben. Mittlerweile haben die Anmelder die Zahl der erwarteten Demonstranten/innen von 500 auf 2000 erhöht.

Es wird dazu aufgerufen, als Zeichen der Solidarität nach Möglichkeit orangene T Shirts (die Farbe der Schwimmwesten bei den Seenortrettungsaktionen) anzuziehen.

Teilt den Demonstrationsaufruf auf Euren Seiten per Facebook.

Oder druckt den Aufruf aus und hängt in überall in der Stadt auf. Hier ein Link auf das PDF der Vorlage.

Hier die Liste der bisherigen Aufrufer/innen: