Bestandsverwaltung für Friseursalons: günstig und praxisnah

Eine günstige Bestandsverwaltung für den Friseursalon muss vor allem drei Fragen beantworten: Was ist noch da, was wird bald knapp und wie viel Material verbraucht eine Leistung wirklich? Dafür braucht kein Salon ein Warenwirtschaftssystem wie ein Großhändler. Es reicht, Lieferungen einzubuchen, den Verbrauch pro Behandlung abzuziehen, einmal im Monat zu zählen und für jedes Produkt einen Mindestbestand festzulegen. Wer das konsequent macht, hat weniger Engpässe am Samstag, weniger abgelaufene Ware und einen klaren Blick auf die Materialkosten pro Färbung.

Mindestbestand: eine einfache Rechnung

Der Mindestbestand ist die Menge, bei der nachbestellt werden muss, damit die Ware ankommt, bevor sie ausgeht. Eine Faustregel:

Mindestbestand = Verbrauch pro Woche × Lieferzeit in Wochen + Sicherheitspuffer

ProduktVerbrauch pro WocheLieferzeitPufferMindestbestand
Gefragte Nuance 7/04 Tuben1 Woche2 Tuben6 Tuben
Oxidant 6 %, 1 Liter1,5 Flaschen1 Woche1 Flasche3 Flaschen (aufgerundet)
Seltene Nuance 10/10,5 Tuben1 Woche1 Tube2 Tuben

Die Zahlen sind ein Beispiel. Den eigenen Wochenverbrauch zeigt eine Software nach einigen Wochen von selbst, wenn der Verbrauch pro Leistung erfasst wird.

Die Inventur in einer halben Stunde

  1. Einen ruhigen Zeitpunkt wählen, etwa Montagmorgen vor der Öffnung.
  2. Regal für Regal vorgehen: erst Farben, dann Oxidanten und Blondierungen, dann Pflege, zuletzt Verkaufsware.
  3. Direkt am Smartphone zählen und eintragen, nicht erst auf Papier.
  4. Abgelaufene oder angebrochene, nicht mehr verwendbare Produkte gleich als Abgang buchen.
  5. Die Abweichungen zwischen Soll- und Istbestand ansehen: Große Differenzen zeigen, wo Material verschwindet oder falsch erfasst wird.

Drei Kennzahlen, die sich lohnen

  • Materialkosten pro Leistung: Was kostet das Material für eine Ansatzfärbung oder eine Strähnenbehandlung? Diese Zahl gehört in jede Preiskalkulation.
  • Abweichung zwischen geplantem und tatsächlichem Verbrauch: Mischt eine Mitarbeiterin regelmäßig deutlich mehr an als vorgesehen, sinkt die Marge unbemerkt.
  • Abschreibungen: Wie viel Ware geht im Jahr durch Ablaufdatum verloren? Wenn es viel ist, wird zu viel auf einmal bestellt.

Bestandsverwaltung mit Boona

Boona enthält eine Bestandsverwaltung, die für den Preis ungewöhnlich weit geht. Wareneingänge, Abgänge, Umbuchungen zwischen Lagerorten eines Salons und Inventuren werden als nummerierte Belege erfasst. Über Materialkarten, die mit Leistungen verknüpft sind, wird der Verbrauch bei jedem Besuch abgezogen und mit dem tatsächlichen Verbrauch pro Mitarbeiterin verglichen. Die Inventur läuft am Smartphone, auf Wunsch blind. Mit Ablaufdatum eingebuchte Ware erzeugt Hinweise auf abgelaufene oder bald ablaufende Produkte; das ist eine Schätzung, die davon ausgeht, dass die älteste Ware zuerst verbraucht wird. Eine Nachbestellliste zeigt, was unter dem Mindestbestand liegt oder für die gebuchten Termine der nächsten 14 Tage fehlen wird, sortiert nach Lieferant. Die Kosten liegen bei 2 US-Dollar im Monat plus 1 US-Dollar je weiterem Arbeitsplatz. Bestellungen an Lieferanten verschickt Boona nicht selbst, und Warnungen erscheinen im Dashboard, nicht per E-Mail.

Weitere Themen rund um die Organisation des Salons finden Sie in der Rubrik Salon digital organisieren, etwa die Terminbuchung über das Google-Profil.

Häufige Fragen

Reicht eine Excel-Liste für den Warenbestand?
Für einen Salon mit einer Person oft ja. Sobald mehrere Mitarbeiterinnen Farbe anmischen, ist die Liste selten aktuell; eine Software, die den Verbrauch pro Leistung abzieht, nimmt diese Arbeit ab.
Wie oft sollte ich Inventur machen?
Einmal im Monat genügt meist, für teure oder sehr gefragte Produkte auch öfter. Für die Steuer ist zusätzlich die Inventur zum Geschäftsjahresende maßgeblich.
Muss ich den Verbrauch auf das Gramm genau erfassen?
Nein. Ein durchschnittlicher Verbrauch pro Leistung reicht, die monatliche Inventur gleicht Abweichungen aus.