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Vortrag „Hass im Netz“

Der Rechtsruck unserer Gesellschaft macht sich auch im Internet bemerkbar. Rechte Hetze findet sich jedoch nicht nur in der Kommentarspalte frequentierter Medienportale sondern auch in den sozialen Netzwerken. Ob in der eigenen Timeline oder bei Freund*innen, ob in einer Facebook-Gruppe, auf Diskussionsplattformen oder einer Social Media-Seite, die ihr betreut, gerade im anonymen Netz gibt es keinen Raum der vor Rassismus, Islamfeindlichkeit, Antisemitismus oder Sexismus geschützt ist.

Nicht ohne Grund haben sich Begriffe wie Shitstorm und Hatespeech in unseren täglichen Sprachgebrauch etabliert. Aber wie gehe ich als betroffene Person damit um? Welche Handlungsmöglichkeiten gibt es, wo kann ich Hilfe bekommen und wie reagiere ich sinnvoll?

Um all diese Fragen rund um das Thema „Hass im Netz“ geht es in dieser Veranstaltung, zu der wir Simone Rafael als Referentin von der Amadeu Antonio Stiftung eingeladen haben. Sie arbeitet seit Jahren in diesem Bereich in der Internet-Recherche, war Mitgründerin der Initiative „Soziale Netzwerke gegen Nazis“ und kennt sich mit der „Hass-Szene“ im Netz bestens aus. Gemeinsam mit ihr wollen wir uns mit dem Thema auseinandersetzen und mögliche Gegenstrategien erarbeiten.

Kommt vorbei, am Donnerstag, den 24. Januar 2019 um 16:00 Uhr im Hörsaal 115 im IBW-Gebäude in der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln**(Herbert-Lewin-Straße 2).

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechten Parteien oder Organisationen angehören, der rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige Menschen verachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder sie von dieser auszuschließen.

Diese Veranstaltung wird von „dielinke.SDS – Köln“ als Teil von „Köln gegen Rechts – antifaschistisches Aktionsbündnis“ ausgerichtet.

Offener Brief — Keine Räume für Max Otte an der Uni Köln

Im Rahmen einer deutschlandweiten Tour soll am 04.12.2018 der Vorsitzende des Kuratoriums der AfD-nahen Desiderius-Erasmus Stiftung, Max Otte, den Vortrag „Deutschland im Spannungsfeld der Globalisierung und Geopolitik“ an der Universität zu Köln halten. Unabhängig davon, ob die Einladung von Max Otte nun aus einer bewussten politischen Intention oder aus purem Unwissen heraus erfolgte, halten wir Otte und die von ihm vertretenen Positionen für untragbar und fordern die Absage seiner Veranstaltung. Leider hat die Veranstalterin auf diverse Mails und Anrufe, in denen sie zu einer Stellungnahme gebeten wurde, nicht reagiert, weshalb wir über die Intention der Veranstalterin nur mutmaßen können.

Nachdem Otte zwei Wochen vor der Bundestagswahl 2017 verkündete, dass er wegen der deutschen Euro Rettungs- und Migrationspolitik diesmal AfD wählen würde, fällt er in immer regelmässigeren Abständen durch extrem rechte Positionen auf. So gehörte Max Otte im März 2018 neben Vera Lengsfeld, Eva Hermann oder Thilo Sarrazin zu den Erstunterzeichner*innen der „Erklärung 2018“, welche eine Beschädigung Deutschlands durch „illegale Masseneinwanderung“ herbeifantasiert. Im Mai diesen Jahres hat Otte das „neue Hambacher Fest“ veranstaltet, welches als eine Art Vernetzungstreffen von Neuen Rechten und Konservativen fungiert. Otte tätigte dort unter anderem die Aussage „Wir sind hier, um zu zeigen, dass unser Vaterland lebt.“ . Diese Vernetzung betreibt Max Otte in Personalunion. Obwohl langjähriges CDU Mitglied und dort der WerteUnion zugehörig, ist Otte seit Juni 2018 Vorsitzender des Kuratoriums der AfD-nahen Desiderius-Erasmus Stiftung. Weiteren hat Max Otte die Berichterstattung über Angriffe gewalttätiger Neonazis und Rechtsextremist*innen auf People of Colour und Migrant*innen in Chemnitz als „medial völlig verzerrt dargestellte Vorfälle“ bezeichnet und mit dem Reichstagsbrand im Februar 1933 verglichen. Die öffentliche Empörung über die Hetzjagden von Neofaschist*innen als mediale Kampagne darzustellen, welche nur dazu diene, „die Chemnitzer Patrioten kleinzuhalten“ sagt viel über die Weltanschauung Ottes aus. Wer nicht sehen will, welche Gefahr für Leib und Leben von Migrant*innen und politisch Andersdenkenden sich in diesen Tagen und bis heute auf Chemnitz‘ Straßen zusammenrottete und auch zuschlug und stattdessen von Hetze gegen Patriot*innen spricht, hat eine klare Agenda. Der geschichtsrevisionistische Vergleich zum Reichstagsbrand trägt sein Übriges zu dieser Erzählung bei.

Wenn Otte über „Deutschland im Spannungsfeld der Globalisierung und Geopolitik“ referieren soll, ist hierbei eine rechte Erzählung zu erwarten, wie Sie in der „Erklärung 2018“ bereits vorgenommen wird. Auf Ottes „Tour“ ist ausgerechnet Köln die einzige Stadt, die es ihm gewährt, in einem Hörsaal der Universität aufzutreten, statt in privaten Räumlichkeiten wie beispielweise im Dresdner Hilton Hotel, dem Hayek-Club in Berlin und dem „Haus der patriotischen Gesellschaft“ in Hamburg. 19€ sollen Interessent*innen dafür zahlen, die Veranstaltung ist also nicht einmal für alle zugänglich. Einer Person, welche jene Partei unterstützt, die den Rechtsruck und die Spaltung dieser Gesellschaft maßgeblich mit voran treibt, darf insbesondere an einer Universität und auch sonst wo keine Bühne geboten werden, um ihre menschenverachtenden Thesen zu verbreiten. Eine Veranstaltung mit Max Otte würde eine weitere Legitimierung rechter Positionen im öffentlichen Diskurs darstellen und eine Gefahr für alle Studierenden der Universität zu Köln bedeuten, welche nicht in das nützlichkeitsrassistische bis völkische Bild der AfD passen. Die Normalisierung des Rechtsrucks ist schon zu weit fortgeschritten. Die zunehmend verschärfte Rhetorik gegenüber geflüchteten Menschen, das massenhafte Sterben im Mittelmeer – dass man mittlerweile darüber verhandelt, ob man Menschen in Seenot überhaupt retten soll – über 1500 Brandanschläge auf Flüchtlingsunterkünfte seit 2015, Angriffe auf Linke und Andersdenkende und auch die pogromartige Stimmung in Chemnitz sind das Resultat der Akzeptanz von rechten Positionen im politischen Diskurs. Die Hetze von Rechten in Talkshows, im Netz und nicht zuletzt in der Universität führt nicht zu einem Mehr an Demokratie, sondern zu einem Mehr an Ausgrenzung, Gewalt und Tod für diejenigen, die ohnehin schon an den gesellschaftlichen Rand gedrängt sind. Die Universität zu Köln bekennt sich in ihrer Grundordnung zu gesellschaftlicher Verantwortung im Bewusstsein der eigenen Geschichte. Dieser Verantwortung gerecht zu werden heißt für uns auch menschenverachtenden Äußerungen in den eigenen Räumlichkeiten entgegenzutreten und diese, wo möglich, zu verhindern.

Wir fordern daher die ÖFFENTLICHE Auslandung von Max Otte und Absage der Veranstaltung durch die Veranstalter*innen. Falls dies nicht passiert, fordern wir das Rektorat und die zuständigen Stellen der Verwaltung dazu auf die Raumzusage zu entziehen.

Dem neoliberalen und rassistischen Gesellschaftsentwurf eines Max Ottes stellen wir eine Gesellschaft entgegen, die auf gegenseitiger Unterstützung, materieller Absicherung, Bedürfnisbefriedigung, Gleichberechtigung und Selbstbestimmung fußt und jedem Menschen auf diesem Planeten ein würdevolles Leben ohne Angst an dem Ort seiner freien Wahl ermöglicht.

Bis hier hin und nicht weiter!

Gemeinsam gegen den Rechtsruck – im Alltag, im Wahlkampf und auf dem Campus.

  • Antifa AK Köln
  • AStA der Universität zu Köln
  • Bündnis gegen Antisemitismus Köln
  • Café Chaos Köln
  • campus:grün Köln
  • Der Wendepunkt
  • Die Linke. Ehrenfeld
  • Fachschaft Bachelor Erziehungswissenschaften
  • Fachschaft EZW, REHA und IKB
  • Hochschulgruppe Sozialwissenschaften Köln
  • Juso Hochschulgruppe Köln
  • Köln gegen Rechts
  • Re:cologne – Kölner Studis gegen Rechts
  • SDS Köln
  • StAVV Studierendenvertretung der Humanwissenschaftlichen Fakultät

Letzte Infos zur Demo gegen die Identitäre Bewegung in Bonn

Die in Köln gegen Rechts organisierten Gruppen, der Antifa AK und alle die mit uns zusammen nach Bonn fahren wollen, treffen sich morgen, den 18.11., um 11.15 Uhr vorne am Hauptbahnhof.

Von dort werden wir zeitnah den Zug nach Bonn nehmen und uns um 12.30 Uhr am Kaiserplatz (Haltestelle Hofgarten) nähe des dortigen Hauptbahnhofs mit anderen Demonstrationsteilnehmer_innen zusammenschliessen. Gemeinsam werden wir dann die Straßenbahn zum Kundgebungsort am Platz der Vereinten Nationen (Haltestelle: Heussallee/Museumsmeile) nehmen.

Die Kundgebung von „Bonn stellt sich quer“ ist von 13-18 Uhr angemeldet. Um 14.30 Uhr wollen dann die Identitären auflaufen.

Twitter Hashtag ist #bn1811. Das Wetter wird voraussichtlich sonnig bei höchstens 8°C.

Kommt zahlreich! Gegen die Identitären und ihren völkischen Rassismus!

Über die Rückreise werden wir Euch dann zu gegebener Zeit informieren. Passt bitte auf Euch auf, falls Ihr allein nach Bonn anreisen möchtet, insbesondere in späteren Zügen könntet Ihr auf rechte Demoteilnehmer treffen.