Schlagwort-Archive: Nationalsozialismus

Neonazi aus Köln-Zollstock betrieb Internet-Forum „Nationale Revolution“

Erst 5 Jahre nach Polizeirazzia startet nun der Prozess

Zumindest in Österreich war es vor 5 Jahren im Oktober 2014 eine größere Meldung in den Medien gewesen. Dort kam es zu fünf Hausdurchsuchungen von Spezialeinheiten der Polizei gegen die Betreiber des Internet-Forums „Nationale Revolution“. Die Hausdurchsuchungen waren mit den deutschen Sicherheitsbehörden abgestimmt. Hier konzentrierten sich die Ermittlungen auf drei Verdächtige aus NRW (aus Salzkotten, Wuppertal und Köln). Einer davon, ein mittlerweile Dreißigjähriger, der in Köln Zollstock wohnt, hatte für das Naziforum einen Server in Rumänien angemietet.

Das Internetforum „Nationale Revolution“ war ein 2007 gegründetes Naziforum mit Schwerpunkt auf der Verbreitung von Neonazimusik. Es erlangte ab 2012 eine gewisse Bedeutung, nachdem die bis dahin größte deutsche Neonazistische Plattform Thiazi, nach mehreren Festnahmen, abgeschaltet worden war.

Zum Nachfolgeforum „Nationale Revolution“, schreibt der Kölner Express:

„Aufrufe zum Mord an Ausländern, Juden und Linken fanden sich im Forum, außerdem wurden die Verbrechen der Nationalsozialisten glorifiziert und verharmlost. Ein großer Teil der rechten Hetze wurde durch Liedtexte transportiert, etwa von der verbotenen Band Landser. „Ran an den Feind, Bomben auf Israel“, zitiert die Anklage einen der gewaltverherrlichenden Texte der Gruppierung.“

Prozess erst 5 Jahre später

Umso erstaunlicher, dass es erst jetzt, 5 Jahre später, zu einem Prozess gegen die Beschuldigte kommt. Und auch dieser scheint recht schnell mit einem milden Urteil über die Bühne zu gehen. Der Express dazu:

„Die Vorsitzende Richterin kündigte daraufhin an, die Kammer wolle sich Gedanken um einen Verständigungsvorschlag machen. Bei Geständnissen könnte das Verfahren, das zunächst auf zehn Verhandlungstage bis zum 19. September angesetzt ist, erheblich abgekürzt werden. Ziel der Verteidigung sollen Strafen sein, die noch im bewährungsfähigen Rahmen liegen.“

https://www.express.de/koeln/von-zollstock-aus-koelner-betrieb-xxl-neonazi-forum-im-internet-mit-heftigen-inhalten-33069274

Antifaschistisches Wandbild in der Elsaßstraße wiederhergestellt

Erinnerung an Widerstand gegen Aufmarsch der SA in der Kölner Südstadt

Während einem antifaschistischen Straßenfestes mit über 80 Menschen wurde am gestrigen Sonntag das Wandbild am Hochunker in der Elsassstrasse wieder erneuert.

Am 3.März 1933, ein paar Wochen nach der Machtergreifung der Nazis versuchte die SA in Marschformation durch die immer noch als rote Hochburg bekannte Elsaßstrasse in der Kölner Südstadt zu ziehen. Die AnwohnerInnen empfingen sie damals mit einem Hagel aus Dachziegeln, Bettpfannen, Blumentöpfen und anderen Wurfgeschossen. Die ersten Reihen der SA wurden von den AnwohnerInnen verdroschen und in die Flucht geschlagen. Die angerückte Kölner Polizei schoss daraufhin mit Maschinengewehren in die Häuser und verhaftete 70 Menschen in der Elsaßtrasse. Viele bezahlten ihren Widerstand mit Haft und Folter.

Eine Gedenktafel der Stadt an den mutigen Widerstand der AnwohnerInnen wurde 1995 an einem Backsteingebäude neben der GOT Elsaßtraße angebracht. Schon früher im August 1990, hatte der inzwischen verstorbene Graffiti-Künstler Klaus Paier während eines Straßenfestes der SPD-Stadtteilgruppe, auf dem Hochbunker in der Elsaßstraße ein Bild in Erinnerung an den damaligen Widerstand gegen die Nazis gemalt. Es zeigt eine Frau, die aus einem Fenster Blumentöpfe und Küchenutensilien auf einen uniformierten Nazi auf der Straße schmeißt.
Die Stadt ließ das Bild zweimal übermalen, weil es stets ohne Genehmigungen entstand. Die zweite Übermalung fand ausgerechnet an einem 20. April statt und rief breite Empörung hervor. Die damalige Stadtteilgruppe Antifaschistische Südstadt erneuerte das Wandbild im März und zuletzt Oktober 1993.

In den letzten 25 Jahren war das Wandbild verblichen und teilweise durch Graffitis verunstaltet worden. Am gestrigen Sonntag war es dann soweit und das Wandbild wurde während eines Straßenfestes an dem viele schon damals aktive AntifaschistInnen und ein Menge jüngerer AktivistInnen teilnahmen wieder in seinen Originalzustand versetzt. Die Graffitis wurden übertüncht und das Wandbild wieder drauf und nachgemalt.

Stadtrundgang „Jüdisches Leben und Nationalsozialismus in Ehrenfeld“

Der „Kölner Appell gegen Rassismus e.V.“ lädt ein zum Stadrundgang am Sonntag, 18.11.2018 um 14:00 Uhr.

Veranstaltet vom Kölner Appell gegen Rassismus e..V. führt der Historiker Daniel Brücken den Stadtrundgang „Jüdisches Leben und Nationalsozialismus in Ehrenfeld“ durch.

Ausgehend von der Entstehung und Entwicklung des Stadtteils Ehrenfeld im 19. Jhd wird dargestellt, wie sich das Alltagsleben im Arbeiterviertel in der Zeit des Nationalsozialismus gestaltet hat. Geschildert wird, wie sich jüdisches Leben in Köln historisch entwickelt hat und wie die Unterdrückung und Vernichtung der jüdischen Gemeinde unter der Herrschaft der Nazis auch in Ehrenfeld sichtbar wurde.

Der ausgeprägte Widerstand der Ehrenfelder*Innen wird stellvertretend auch am Beispiel der Edelweißpiraten dargestellt.

Der Rundgang ist kostenlos, um Spenden wird gebeten.

Treffpunkt: Körnerstraße/Ecke Subbelrather Straße