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Film & Vortrag zum Bombenanschlag in der Probsteigasse am 17. Januar 2001

Die „Initiative Keupstraße ist überall“ lädt Sie herzlich ein zum Gedenken an das Bombenattentat in der Probsteigasse (19.1.2001)

Dieser Bombenanschlag war der erste des sog. Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) in Köln. Der zweite traf 2004 die Keupstraße. Gerade der Anschlag in der Probsteigasse zeigt, dass das NSU-Netzwerk Helfer in Köln gehabt haben muss. Den kleinen Laden der iranischen Familie in der unscheinbaren Straße konnten nur Ortskundige kennen, zumal er noch mit dem deutschen Namen des Vorinhabers gekennzeichnet war. Wer war der Bombenüberbringer? Denn das Phantombild hat keinerlei Ähnlichkeiten mit Mundlos oder Böhnhardt, den beiden Männern der NSU Kerngruppe.

Warum wurde nicht in Richtung Kölner Neonazis ermittelt?

Nach dem Ende des NSU-Prozesses darf kein Schluss-Strich unter die Aufklärung der NSU-Verbrechen und die Verquickungen von Verfassungsschutz, Polizei und sonstigen staatlichen Behörden gezogen werden.

Sprechen wir darüber, was diese Anschläge und der mangelnde Aufklärungswille bedeuten und welches Leid, welche Verunsicherungen und Ängste fortbestehen. Finden wir uns zusammen gegen zunehmende Angriffe extrem rechter Kräfte auf das friedliche, gleichberechtigte Zusammenleben Aller.

Programm

Filmauschnitte aus „Nachbarn fürs Leben“ über die Probsteigasse Auszüge aus dem Nebenklage-Plädoyer beim NSU-Prozess in München Bericht eines Überlebenden des Bombenanschlags in der Keupstraße etwas Musik und viel Zeit für Diskussion.

Donnerstag, 17.1.2019, 19 Uhr, im Kölner Fanprojekt, Gereonswall 112

Hier noch mal der Hinweis auf den polistischen Spaziergang „Erinnern.Anklagen.Handeln“ zum selben Thema am Samstag, den 19. Januar.

Erinnern.Anklagen.Handeln

Politischer Spaziergang zum 18. Jahrestag des NSU-Anschlags in der Probsteigasse

Achtzehn Jahre ist es her, dass die nationalsozialistische Terrororganisation NSU in einem Lebensmittelgeschäft in der Kölner Probsteigasse einen Sprengstoffanschlag verübte. Die Tochter des iranischen Geschäftsbesitzers wurde schwer verletzt und überlebte nur durch Glück. Dieser rassistisch motivierte Bombenanschlag am 19. Januar 2001 war der erste von zwei NSU-Anschlägen in Köln, der zweite traf die Keupstraße.

Nach der Selbstenttarnung des NSU 2011 und einem fünf Jahre dauernden Gerichtsprozess wurde im vergangenen Sommer nun das Urteil gesprochen. Es war für viele Betroffene erneut ein Schlag ins Gesicht, denn der Prozess hat keine ausreichende Aufklärung gebracht. Die Helfer*innen an den Tatorten, der konkrete Tathergang und die staatlichen Verstrickungen sind weiterhin unaufgeklärt. Stattdessen hielt das Gericht an der These des isolierten Tätertrios fest – das darf nicht so stehen bleiben!

Gerade der Anschlag in der Probsteigasse zeigt, dass das NSU-Netzwerk von anderen Personen verstärkt und von den staatlichen Verfolgungsbehörden geschützt wurde: Das kleine Geschäft in der unscheinbaren Straße konnten nur Ortskundige kennen. Das Phantombild des Bombenüberbringers hat keinerlei Ähnlichkeiten mit den beiden Uwes des Kerntrios – sondern mit einem Kölner Neonazi, der für den Verfassungsschutz arbeitete und gegen den nie ermittelt wurde.

Wer also waren die (Mit-)Täter? Welche Rolle spielte der Verfassungsschutz bei den Taten des NSU?

Bei unserem politischen Stadtspaziergang wollen wir gemeinsam an die Geschehnisse in der Kölner Probsteigasse erinnern und die Rolle von staatlichen Behörden und gesellschaftlichem Rassismus im NSU-Komplex beleuchten. Das Ende des Prozesses darf nicht das Ende der notwendigen gesellschaftspolitischen Auseinandersetzung und Aufklärung sein!
„Kein Schlussstrich!“ bedeutet für uns, den Betroffenen rassistischer Gewalt Raum und Stimme zu geben und nicht aufzuhören, Aufklärung und Bekämpfung rassistischer Strukturen einzufordern!

Samstag, 19. Januar, 17-19 Uhr, Treffpunkt Rudolfplatz

Birlikte 2016 – AfD-Auftritt fand nicht statt

Presserklärung vom „Bündnis Köln gegen Rechts“

Das Schauspielhaus Köln, einer der wesentlichen Akteure von Birlikte, hatte zusammen mit WDR 5, unterstützt von der AG Arsch Huh und der IG Keupstraße Konrad Adam, Gründungsmitglied der AfD zu einer Diskussionsveranstaltung ins Depot 1 in Mülheim eingeladen.
Bereits im Vorfeld gab es darüber Streit, weil viele andere Akteure von Birlikte es falsch fanden einem ausgewiesenen Rassisten auf einem antirassistischen Fest eine Bühne zu verschaffen.
Gegen seine Beteiligung sprachen sich die Initiative „Keupstraße ist überall“, der Integrationsrat der Stadt Köln, das Antidiskriminierungsbüro, die „Kölner 11“ (Vorstand der Kölner Bürgerhäuser), die Kölner Grünen, die Initiative „Kein Mensch ist Illegal“, „Köln stellt sich Quer“ und alle Kölner Antifa-Gruppen aus, allesamt Akteure bei den bisherigen Birlikte- Festen.
Sie waren schlicht nicht gefragt worden. Eine Reihe von Künstler*innen aus der Musikszene sagten wegen der Beteiligung der AfD an Birlikte ihre zugesagten Auftritte ab. Alle diese Gruppen und andere baten Schauspielhaus und WDR im Vorfeld, die AfD wieder auszuladen.
Es gab keine Resonanz.
Auch die klare Haltung der Oberbürgermeisterin Frau Reker half nicht. In der Veranstaltung mit dem Titel „Wem gehört die Stadt?“ im Depot 1 sagte sie, dass sie nach ihrer Veranstaltung den Saal sofort verlassen würde, weil sie als Opfer eines rassistisch motivierten Attentats einen Aufenthalt gemeinsam mit so einem Menschen nicht aushalten würde. An die Veranstalter gerichtet fuhr sie fort, dass ihrer Meinung nach die Veranstaltung mit dem AfD-Vertreter nicht stattfinden dürfte, wenn sich nur ein Mensch im Saal durch seine Beteiligung beleidigt fühlte.
Nun es waren viele, die sich beleidigt fühlten.
Wir wollten eine Diskussionsveranstaltung erreichen – wie auch schon im Vorfeld angeboten – zwischen Schauspielhaus, WDR, AG Arsch Huh, „IG Keupstraße“, Initiative „Keupstraße ist überall“, dem Antifa-Spektrum und allen andern Unterstützer*innen von Birlikte, über Strategie und Taktik im Umgang mit der AfD, gemeinsam mit der eingeladenen Professorin für Integrationsforschung Naika Foroutan, allerdings ohne Beteiligung der AfD.
Leider haben die Veranstalter darauf so reagiert, dass sie die Opfer des Nagelbombenanschlags, die um 16 Uhr ins Depot 1 zur Veranstaltung wollten, durch Security versuchten zu blockieren. Das gelang nicht. Die Bühne wurde von uns besetzt und Herr Adam von der AfD konnte nicht auftreten.
Es gab dann noch einige kontroverse Redebeiträge. Danach wurde die Veranstaltung beendet, weil WDR und Schauspielhaus sich der Diskussion nicht stellen wollten.
Entgegen von Pressemeldungen, konnte Frau Meral Sahin, Vorsitzende der IG Keupstraße ohne jegliche Behinderung reden, obwohl wir nicht ihrer Meinung in dem Konflikt waren.
Wir werden die Diskussion mit Schauspielhaus, AG Arsch Huh und IG Keupstrasse trotz alledem weiter suchen, um die bisherige erfolgreiche Zusammenarbeit gegen Rechts in Köln fortzusetzen.
Köln gegen Rechts – Antifaschistisches Aktionsbündnis13321777_1717007645183610_1307700507529192912_n