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Staatsanwaltschaft prüft Ermittlungsverfahren gegen Junge Alternative Köln

Junge Alternative Köln lädt zum Schießtraining und jetzt prüft die Staatsanwaltschaft ob sich Mitglieder der Kölner AfD-Jugendorganisation strafbar gemacht haben, laut der Sendung „Aktuellle Stunde“ des WDR vom 12. Oktober.

Auf der offiziellen Facebookseite der AfD-Jugend wird ein Bezug zwischen dem Attentat auf die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker und den Waffenübungen der AfD-Jugend hergestellt.

Dass die AfD-Jugend den Slogan des Reker-Attentäters auf ihrer Facebooseite verwendet und daneben Bilder und Texte über Schießtrainings mit scharfen Waffen stellt, ist für Patrick Fels von der Kölner Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus eine Form der Radikalisierung.

Junge Alternative Köln: Schießtraining als Wehrsportgruppe?

„Heute haben Mitglieder der JA BV Köln unter fachkundiger Anleitung von Franz Pesch, Sprecher des AfD Rhein-Erft-Kreises, einen herrlichen Tag auf dem Schießstand verbracht. Drei verschiedene Waffen konnten getestet werden, deren Kugeln meistens das Ziel trafen…“

Auf ihrer Facebookseite veröffentlichte die Junge Alternative Köln am Wochenende Bilder von einem Schießtraining. Der Kölner JA-Vorsitzende Michael Gautsch aus Weidenpesch zeigt dort zusammen mit anderen JA-Mitgliedern stolz zerschossene Zielscheiben nach dem Training. Besonders makaber ist das Bild dutzender verschossener Patronenhülsen neben einem Bild der „Reker muss weg“-Kampagne und der Bemerkung das Schießen hätte eine „Mordsgaudi“ bereitet.

Angeleitet wurden sie dabei von Franz Pesch, Sprecher des AfD-Rhein-Erft-Kreises. Der aus Pulheim stammende Frechener Unternehmer ist Mitglied beim Bergischen Schützen e.V., Dieser Verein ist Mitglied im Dachverband der Schießleistungsgruppe im Bund der Militär- und Polizeischützen e.V.. Ob das Schießtraining des AfD-Nachwuchses auf einer von ihnen genutzten Schießanlage stattfand, ist noch unklar. Der nächste Trainingstermin zu dem weitere Aktive Mitglieder der JA eingeladen sind, ist allerdings schon für den 03.11. angekündigt.

Unlängst hatte auch der Kölner Rechtsaußen der AfD, der Landtagsabgeordnete Roger Beckamp, auf seinem Twitterkanal eine zukünftige Bewaffnung angekündigt.

Arbeitet die JA mit ihren Schießübungen jetzt auf die Bewaffnung der Partei hin? Dazu meint Klaus Lober, von Köln gegen Rechts:

„Mitglieder des Jugendverbandes einer rechtsextremen Partei lassen sich an Schusswaffen ausbilden, ihr Fraktionsvorsitzender im Bundestag ruft zur Jagd auf politische Gegner auf. Damit ist die Grenze vom Jugendverband zur Wehrsportgruppe überschritten. Dies stellt eine Gefahr für Leib und Leben dar und verlässt jeglichen Rahmen einer legalen politischen Partei.
Wir werden nicht zulassen, dass die Hetze der AfD jetzt bewaffnet in die Tat umgesetzt wird.“

Das antifaschistische Bündnis fordert, dass dem Leiter des rechten politischen Schießtrainings Franz Pesch aus Pulheim die Erlaubnis zum Erwerb, Besitz, Führen von Schusswaffen und zum Schießen entzogen wird.

Das Bündnis kündigt an, alles daran zu setzten, das öffentlich angekündigte Schießtraining der Jungen Alternative am 03.11.18 zu verhindern.

„Wir fordern die dafür in Frage kommenden Vereine und Schießstände dazu auf, sich von derartigen politischen Schießübungen zu distanzieren und ihre Anlagen nicht dafür zur Verfügung zu stellen.“

Der Schusswaffengebrauch durch die JA-Mitglieder ist dabei keine Ausnahme im rechtsextremen Spektrum, sondern derzeit die Regel. Nach der Enttarnung der rechtsextremen Terrorzelle „Revolution Chemnitz“ wird dadurch wieder einmal die nach wie vor bestehende Gefahr rechtsextremistischen Terrors deutlich. Mindestens drei der verhafteten Mitglieder der Gruppe „Revolution Chemnitz“ waren am 01.September auf einer AfD-Demonstration in Chemnitz mitgelaufen.

Vielfach wird derzeit davor gewarnt, dass sich rechte Gruppen bewaffnen und auf Gewalttaten vorbereiten. Auch tausende von Reichsbürgern sollen legale Waffen besitzen, die ihnen abgenommen werden müssen.

PS: Ein Schützenverein in Pulheim war schon vor Jahren Anlaufpunkt von organisierten Neonazis, die die den „Krieg fürs Vaterland“ übten.

Bei den Recherchen stießen wir auf einen anderen Schützenverein in Pulheim bei Köln, wo auch der AfD´ler Franz Pesch lebt.

Der „SPR Sport Pistol and Rifle Club e.V.“ war laut Informationen von Mitgliedern schon vor einigen Jahren Anlaufpunkt für organisierte Neonazis. Diese übten dort laut einem Bericht in der Unizeitschrift Philtrat vom Dezember 2006 beim Schießtraining den „Krieg fürs Vaterland“. Damals verbreiteten einige Vorstandsmitglieder, die daraufhin angezeigt wurden, Parolen wie „die Europäische Union sei von Juden kontrolliert“ und „Schwarze müsse man aus dem Land schmeißen oder erschießen“. Das ideale Umfeld des damaligen „Hitler von Köln“ Axel Reitz, der dort zusammen mit NPDlern und Freien Kameradschaften laut dem Bericht ein und ausging.

Rechter Hayek Club wird von mehreren Gaststätten vor die Tür gesetzt

Der Kölner Hayek Club plant seit längerem am 26.09. eine Veranstaltung mit Vera Lengsfeld, der Hauptrednerin auf der rechten Kundgebung vom 14.04. am Kölner Alter Markt.

Doch mittlerweile haben dem Hayek Club, nachdem Köln gegen Rechts – Antifaschistisches Aktionsbündnis und Kein Veedel für Rassismus zu Protesten aufgerufen hatten, mehrere Kneipen die Räumlichkeiten gekündigt.

Die ursprünglich vorgesehene Gaststätte Porzer Gaffel Brauhaus renoviert seine Räumlichkeiten. Deswegen kann der Hayek Club, in der Gaststätte, wo in der Vergangenheit zahlreiche Treffen und Veranstaltungen der AfD und der Jungen Alternativen stattfanden, nicht tagen.

Daraufhin verlegte der Hayek Club die Veranstaltung in das Haus Schäffer in Zollstock. Auch dort hatte es in der Vergangenheit zahlreiche Veranstaltungen der AfD, u.a. auch mit den Machern des Arcadi Magazin (eine Schnittstelle zwischen Identitären und AfD) stattgefunden. Nach angekündigten Protesten cancelte der Wirt die Veranstaltung, die dort Privat auf den Namen des Hayek Vorsitzenden Arno Stöcker angemeldet war.

Eine kurzfristige Verlegung in eine Gaststätte am Heumarkt platzte am Dienstag ebenfalls. Auch dort war ein Raum für eine Privatveranstaltung angemietet worden. Als die Wirte von uns über die Hintergründe informiert wurden, kündigten sie unverzüglich die Räumlichkeiten.

Bisher hat der Hayek Club keinen neuen Veranstaltungsort angekündigt. Wir sind jedoch gespannt wie die Schnitzeljagd weitergeht und freuen uns, dass Kölner Gastronomen*innen keinen Platz für rechte Hetze geben wollen.

Exklusiv: Das rechtsextreme Netzwerk um das Arcadi Magazin entlarvt

Köln gegen Rechts veröffentlicht im Antifaschistischen Infoblatt (AIB) exklusiv einen Teil der Recherche über das Arcadi Magazin. Darin werden die Strukturen und Führungsfiguren beleuchtet, welche das Arcadi Magazin hervorbringen, unter anderem die AfD, Junge Alternative, Identitäre Bewegung und bundesweit miteinander vernetzten Burschenschaften.

„Bisher stand bloß der Leverkusener AfD-Politiker Yannick Noé im Rampenlicht des Interesses. Wir legen offen, dass das Arcadi-Magazin von einem breit aufgestellten, rechtsextremen Netzwerk um Führungsfiguren der Burschenschaft AHB! Rhenania Salinga Düsseldorf sowie Aktivisten der Jungen Alternativen bzw. AfD hervorgebracht wird. Sie sind im Verein Publicatio e.V. organisiert und arbeiten mit der Identitären Bewegung und Reconquista Germanica zusammen,“ sagt Tom Wohlfarth von Köln gegen Rechts. Im AIB 119 heißt es hierzu:

„Die Macher vom Arcadi-Magazin und von Publicatio e.V. Yannick Noé,
Zacharias Schalley und Maximillian Schmitz sind gleichzeitig
Burschenschaftler der AHB! Rhenania Salinga. (…) Alle drei sind
Autoren des Arcadi-Magazins, Gründungsmitglieder des Vereins Publicatio
e.V., Mitglieder der Jungen Alternative bzw. AfD NRW und in der Campus
Alternative Düsseldorf organisiert. Aus ihrem Kreis entspringt auch der
Gründungsvereinsvorstand der Identitären Bewegung Deutschland, John
David Haase. Yannick Noé war nach Recherchen der ARD auch auf dem
Reconquista Germanica-Server aktiv. (…) Bei einer
Mitgliederversammlung von Publicatio im Mai 2017 (…) nahmen auch die
Mitglieder Jens Barkemeyer (Junge Union Düsseldorf), Roland Quinten
(ehemaliger Vorsitzender des Kreisverbandes Köln) und die Arcadi-Autorin
Daniela Boumann-Quast (AfD Düren) teil.“

„Wichtig war es uns zudem, den Sexismus in der extremen Rechten zu beleuchten und wie Frauen aus dem Umfeld der Identitären Bewegung und der AfD an der Reproduktion veralteter Rollenbilder mitwirken.“ Im AIB 119 heißt es hierzu:

„Die Frau soll Mutter und somit Bewahrerin des Volkes sein
oder ganz einfach als Lustobjekt fungieren.
Dazwischen gibt es keinen Patz für sie.“

Köln gegen Rechts kündigt weitere Veröffentlichungen zum Arcadi Magazin an. Das Antifaschistisches Infoblatt, Heft Nr. 119, 2/2018 kann unter https://www.antifainfoblatt.de/ausgabe/aib-119 bezogen werden.

Pressemitteilung vom 19.7.2018


 

Weitere Recherchen zum Arcadi-Netzwerk:

Düsseldorf Rechtsaußen: https://duesseldorf-rechtsaussen.de/2016/05/23/d-afd-hochschulgruppe-geht-bei-rhenanen-ein-und-aus/ (23. Mai 2016)

noEFlinz Blog: https://noeflinz.noblogs.org/organisationen/arcadi/

Kölner Stadt-Anzeiger: https://www.ksta.de/29934476 (28.03.2018)

Antifaschistische Aktion Leverkusen AALEV: https://www.aalev.info/index.php/10-beitraege/antifaschismus/69-pressemitteilung-extrem-rechter-verein-aus-leverkusen-plant-fest-mit-europaweiter-beteiligung-im-schloss-morsbroich

*Nachtrag vom 26.08.2018*
Veröffentlichungen auf Basis unserer Veröffentlichung:

Hagalil.com: http://www.hagalil.com/2018/08/arcadi/

Correctiv.org: https://correctiv.org/blog/ruhr/artikel/2018/08/16/afd-funktionare-finanzieren-identitare-bewegung-in-nrw/

Correctiv.org: https://correctiv.org/blog/ruhr/artikel/2018/08/17/cdu-kommunalpolitiker-hat-verbindung-zu-rechtem-unterstutzerverein/