Schlagwort-Archive: Innenministerium NRW

Militante Combat 18 Struktur in Köln

Anfrage der Grünen deutet auf militante Combat 18 Struktur in Köln hin

Eine Anfrage der Grünen-Landtagsabgeordneten Verena Schäfer an die NRW-Landesregierung über militante Combat 18 Strukturen in NRW brachte Erschreckendes zu Tage. Die rechtsextreme Gruppierung „Combat 18“ (C18) gilt als bewaffneter Arm des verbotenen „Blood and Honour“ Netzwerks.

In der Antwort des NRW-Innenministeriums werden dem rechten Terrornetzwerk Combat 18 in NRW seit 2014 zwölf bekannte Mitglieder zugeordnet (drei sind weggezogen, bleiben aktuell neun).

In der Antwort schreibt das Innenministerium: „Die Personen verhalten sich grundsätzlich äußerst konspirativ, sodass nur wenige Aktivitäten öffentlich bekannt werden“. Nichtsdestotrotz wird in der Folge eine Liste von 84 Straftaten aufgeführt, die diese zwölf Combat 18 Mitglieder in den letzten Jahren (hauptsächlich seit 2014) begangen haben. Unter den Straftaten jede Menge gefährliche Körperverletzungen, Sachbeschädigungen, Landfriedenbrüche und Straftaten gegen das Waffengesetz. Das Innenministerium bestätigt auch, dass Mitglieder von Combat 18 aus NRW in jüngster Vergangenheit an Schießübungen im Ausland beteiligt waren.

20 Straftaten von Mitgliedern des rechten Terrornetzwerkes allein in Köln

Bei der Auflistung der Straftaten fällt ein besondere Fokus auf Köln. Fast ein Viertel aller aufgelisteten Straftaten, nämlich genau 20 wurden von Combat 18 Mitgliedern in Köln begangen. Die Straftaten deuten auf eine militante Combat 18 Struktur hier in Köln hin.

Harmlos mit Ladendiebstahl und Warenbetrug in den Jahren 2009-2013 beginnend, steigern sich die in Köln begangenen Delikte zu mehreren gefährlichen Körperverletzungen, Bedrohungen, Sachbeschädigungen und dem Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.

Hier eine Auflistung der dem Innenministerium bekannten Straftaten, von Mitglieder des rechten Terrornetzwerkes in Köln:

  • 14.10.2009: Ladendiebstahl
  • 19.11.2010: Ladendiebstahl
  • 13.08.2013: Fälschung beweiserheblicher Daten
  • 14.08.2013: Warenbetrug
  • 15.01.2014: Sachbeschädigung
  • 26.10.2014: Landfriedensbruch Beleidigung, Versammlungsgesetz
  • 26.10.2014: Besonders schwerer Fall des Landfriedensbruches , Versammlungsgesetz, Bedrohung
  • 02.10.2014: Landfriedensbruch, Versammlungsgesetz, Gefährliche Körperverletzung
  • 11.11.2014: Volksverhetzung
  • 03.01.2015: Gefährliche Körperverletzung
  • 05.01.2015: Versammlungsgesetz
  • 28.01.2015: Gefährliche Körperverletzung
  • 28.03.2015: Gefährliche Körperverletzung
  • 17.09.2015: Versammlungsgesetz
  • 30.05.2016: Vorsätzliche einfache Körperverletzung
  • 02.09.2016: Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisation
  • 11,05,2017: Straftat nach Landespressegesetz
  • 01.01.2018: Bedrohung
  • 18.08.2018: Versammlungsgesetz
  • 18.08.2018: Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen

Die letzten Straftaten am 18.08.2018 dürften mit einem Aufmarsch der „Patrioten NRW“ zusammenhängen. Etwa 150 Nazis, rechte Hooligans und PEGIDA-Anhänger/innen veranstalteten damals eine Demonstration durch das Kölner Kunibertsviertel. Die „Patrioten NRW“ hielten in den folgenden Monaten noch mehrere weitere Kundgebungen zusammen mit dem „Begleitschutz Köln“ ab.

Die vollständige Antwort der Landesregierung auf die Anfrage der Grünen, mit einer Auflistung aller bekannten von Combat 18-Mitgliedern in NRW begangen Straftaten, findet sich hier.

Combat 18 kurz erklärt aus Wikipedia:

„Combat 18 (C18) ist eine neonazistisch-terroristische Organisation, die in vielen Ländern Europas aktiv ist und als bewaffneter Arm des Neonazinetzwerks Blood and Honour gebildet wurde. Combat 18 bedeutet „Kampftruppe Adolf Hitler“, da sich die Zahlen 1 und 8 als Chiffre in der Neonaziszene auf den ersten und achten Buchstaben des lateinischen Alphabets und damit auf Hitlers Initialen „A“ und „H“ beziehen. Das Netzwerk bekämpft politische Gegner auch unter Einsatz von Gewalt nach dem Prinzip Leaderless resistance („Führerloser Widerstand“)…“

Combat 18 – Rechercheartikel

Hier ein Link zu einem ausführlichem Recherche-Artikel über Combat 18: https://exif-recherche.org/?p=4399

Köln auf Platz 2 bei rechter politisch motivierter Kriminalität in NRW 2018

In Köln gab es 2018 nach Dortmund die meisten rechtsradikalen Delikte in NRW.

243 Körperverletzungen, Bedrohungen, Sachbeschädigungen, Volksverhetzungen, etc. in Köln.

Laut Antwort des Innenministeriums auf eine kleine Anfrage der Grünen ist 2018 die Zahl rechtsradikaler Delikte in NRW, erneut wie 2017, auf einem hohen Niveau. 3767 Delikte werden aufgezählt.

Hinter Dortmund (253 Delikte) belegt Köln dabei den unrühmlichen 2. Platz mit 243 Delikten. Im Einzelnen sind das 12 Gewaltdelikte wie Körperverletzungen (unten im einzelnen aufgezählt), 6 Bedrohungen, 19 Sachbeschädigungen, 128 Verstöße gegen §§86 und 86a (Propagandadelikte), 27 Volksverhetzungen, 3 Störungen des öffentlichen Friedens, 41 Beleidigungen, 2 Verstöße gegen das Versammlungsgesetz und 5 sonstige Straftaten.

Im Zuge der Ermittlungen kam es zu insgesamt 21 Festnahmen in Köln im Bereich der politisch motivierten Kriminalität Rechts.

https://www.landtag.nrw.de/Dokumentenservice/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMD17-5337.pdf

Gewaltdelikte in Köln 2018

  • Tattag Ort Delikt Staatsang. Opfer
  • 17.02.2018 Köln § 224 StGB afghanisch
  • 02.06.2018 Köln § 223 StGB 3 x Deutsch
  • 07.07.2018 Köln § 223 StGB türkisch
  • 28.07.2018 Köln § 223 StGB deutsch
  • 14.08.2018 Köln § 113 StGB deutsch
  • 30.08.2018 Köln § 223 StGB türkisch
  • 12.09.2018 Köln § 223 StGB deutsch
  • 13.10.2018 Köln § 224 StGB irakisch
  • 17.10.2018 Köln § 223 StGB
  • 17.11.2018 Köln § 224 StGB deutsch
  • 08.12.2018 Köln § 224 StGB syrisch
  • 17.12.2018 Köln § 224 StGB

Heute vor 15 Jahren erschoss ein Kölner Neonazi drei Menschen

Am 07.Oktober 2003 erschoss ein bekennender Neonazi in Overath bei Köln drei Menschen. Das Innenministerium von NRW aber spricht bis heute nicht von einer rechtsextremen Tat.
Die Frankfurter Rundschau hat den Fall, der wahrscheinlich nur den wenigsten Menschen in Köln in Erinnerung ist, aufgegriffen und berichtet in ihrer heutigen Online-Ausgabe.

Der Neonazi und spätere Dreifachmörder Thomas Adolf war der Kölner Antifa damals wohl bekannt. Er hatte Mitte der 90er Jahre für die „Deutsche Liga für Volk und Heimat“ bei der Kommunalwahl kandidiert und für diese ein Büro in der Deutzer Schaurtestrasse angemietet, gegen das bis zur Kündigung durch den Vermieter, zahlreiche Demonstrationen veranstaltet wurden. Aus der Deutschen Liga, die im Rat der Stadt Köln vertreten war, bildete sich später die rechtsextremistische Gruppierung Pro Köln, die sich ebenfalls jahrelang im Kölner Stadtrat hielt, und teilweise als Pro NRW immer noch aktiv ist.

Hier ein Link über die zahlreichen Verbindungen von Pro Köln zu militanten Neonazis, Gewalttätern und Rechtsterroristen in den 90er Jahren.

Markus Beisicht immer noch aktiv — Begleitschutz Köln bei rechter Demo in Leverkusen

Einige der damaligen Protagonisten, die mit Thomas Adolf zusammen in der Kölner Deutschen Liga aktiv waren, sind immer noch im rechtsextremen Lager zu finden, wie u.a. der Leverkusener Anwalt Markus Beisicht, der erst am vergangenen Samstag mit dem rechtsextremen Internet-Blog Abakus eine „Trauerdemonstration“ in Leverkusen abhielt. Zu der Demonstration angereist waren auch etwa 10 Rechte aus Köln aus dem Umfeld des „Begleitschutzes Köln“ zusammen mit Dennis Mocha.