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Kölner AfD-Geschäftsführer Geraedts wegen vorsätzlicher Köperverletzung verurteilt

Der Kölner AfD-Funktionär Wilhelm Geraedts (Geschäftsführer der Kölner AfD-Fraktion, Schatzmeister des AfD Bezirksverbandes und Bezirksvertreter in Porz) wurde am Mittwochmittag vom Kölner Amtsgericht wegen eines tätlichen Übergriffes auf einen Gegendemonstranten verurteilt.

Der pensionierte Berufssoldat muss wegen vorsätzlich begangener Körperverletzung 40 Tagessätze à 50,-€, sowie ein Schmerzensgeld von 500,-€ zahlen.

Geraedts hatte am 31.12.2017 bei einem Infostand der Kölner AfD am Kölner Hauptbahnhof einen Gegendemonstranten körperlich angegriffen und ihm einen Kopfstoß verpasst.
Der Bericht von damals: https://www.facebook.com/Koeln.gegen.Rechts/posts/1967548993462806

Bericht aus dem Sitzungssaal des Amtsgerichtes

Anwesend waren im Publikum unter anderen auch mehrere Parteikameraden*innen von Geraedts.

Der Prozess fing damit an, dass sein Anwalt, der Bochumer AfDler Knuth Meyer-Soltau nicht fotografiert werden wollte und vom Richter die Personalien des Fotografen feststellen lassen wollte. Im weiteren Prozessverlauf fiel der Anwalt durch unsachliche Bemerkungen auf, die er pathetisch und theatralisch einwarf, um seinen Mandanten und die AfD als Opfer vermeintlich undemokratischen Verfahren zu inszenieren. Den Gipfel der Absurdität erreichte er mit seiner Argumentation, dass seinem Mandanten der Aufenthalt auf dem Breslauer Platz sowie der Zugang zu dem AfD-Infostand durch den Nebenkläger verwehrt geblieben wären. Im Verfahren wurde jedoch festgestellt dass Geraedts sich bewusst bei der 50 Meter entfernten Gegenkundgebung aufhielt und sich trotz Aufforderungen weigerte, sich von dieser zu entfernen. Stattdessen attackierte er infolge eines Zwiegespräches den Nebenkläger mit einer Kopfnuss, und verletzte diesen dabei leicht. Daraufhin stellten Polizisten seine Personalien fest und erteilten ihm einen Platzverweis.

Nachdem Geraedts Anwalt erfolglos versucht hatte, dem Nebenkläger beleidigende Äußerungen anzuhängen, die selbst der AfD-Parteifreund Christer Cremer nicht bestätigen konnte, wurden nach dreieinhalb Stunden Verhandlung die Plädoyers vorgetragen. Weitere Äußerungen des Nebenklägers unterbrach der AfD-Anwalt mit den Worten „Kein Bock, mir diese Scheiße anzuhören“.

In seinem Urteil schloss sich das Gericht den Ausführungen der Staatsanwaltschaft und der Nebenklage an, die Geraedts beschuldigte, den tätlichen Angriff bewusst begangen zu haben und ging im Urteil noch über das von der Staatsanwaltschaft geforderte Strafmaß hinaus.

Kölner Staatsanwaltschaft erlässt Strafbefehl gegen AfD-Geschäftsführer Wilhelm Geraedts

Der Kopfstoß des Kölner AFD Funktionärs Geraedts (Geschäftsführer der Kölner AfD-Fraktion, Schatzmeister des AFD Bezirksverbandes, und Bezirksvertreter in Porz) gegen einen Teilnehmer einer antifaschistischen Kundgebung am 31.12.2017 auf dem Breslauer Platz scheint nun doch Folgen zu haben.

Die Kölner Staatsanwaltschaft erließ einen Strafbefehl gegen den ehemaligen Berufssoldaten. Nach Widerspruch von Geraedts wird es wohl im Herbst zu einem Gerichtverfahren kommen. Wir sind gespannt ob er da seiner Parteilinie folgt und harte Strafen für Gewalttäter fordert, oder sich ehr mal wieder als verfolgtes Unschuldslamm präsentieren will.

Artikel auf Kölnische Rundschau

Urteil im NSU Verfahren — Kein Schlussstrich — Verfassungsschutz auflösen

Nach den Urteilen im NSU Verfahren bleibt festzuhalten, dass die Rolle des Verfassungsschutzes bei der rechten Mordserie nach wie vor nicht annähernd aufgeklärt ist.
Über 40 V-Leute der Sicherheitsbehörden, darunter viele vom Verfassungsschutz waren im engen Umfeld des NSU aktiv.

Schon vor Beginn des 5 jährigen Prozesses gegen die NSU gab es in Köln eine Demo mit dem Motto „Verfassungsschutz auflösen“.

Hier nochmal die Links zu dem Aufruf der Demonstration vom November 2012
Die damaligen Aufrufe klingen auch nach 5 Jahren NSU-Prozess aktueller denn je.

Urteilsverkündung im NSU Prozess

Heute wurde im NSU Prozess in München das Urteil gesprochen.

„Wieviel Staat steckt im NSU?!“ diese Frage ist seid gestern auf einem Transparent am Autonomen Zentrum in Köln zu lesen. Es ist eine der vielen Fragen die in diesem Prozess nicht aufgeklärt werden wird!

Daher unterstützen wir die Betroffenen und Angehörigen der Opfer in ihrer Forderung nach lückenloser Aufklärung! Kommt heute ab 13:00 Uhr zum Aktionstag vor der Villa Genovevastrasse/Ecke Keupstrasse.

#keinschlussstrich

Kein Schlussstrich! Aktionen zum Ende des NSU Prozesses

Gestern gab es in Köln diverse Aktionen anlässlich des NSU-Prozessendes: Aktivist*innen von Köln gegen Rechts haben Straßen mit den Namen der Opfer umbenannt und mit einem Banner an der Hohenzollernbrücke ihre Forderung nach lückenloser Aufklärung erneuert!