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Braune Burschen am Rhein

Die Kölner Burschenschaft Germania und der „rechte Spitzel“ im Innenausschuss des Bundestages John Hoewer

Die Kölner Studierendenzeitung hat in ihrer neusten Ausgabe einen Schwerpunkt über Burschenschaften in Köln. Neben den Alemannen in Köln, die so einige AfD-Sympathisanten unter ihren Mitgliedern haben, portraitieren sie vor allem die Kölner Burschenschaft Germania, die ihren Sitz am Bayenthalgürtel, direkt an der Rheinuferstraße hat.

Die Kölner Germanen sind schon seit Jahren tief im rechtsextremen Kölner Sumpf verstrickt. Zu dem Gespräch mit der der Studierendenzeitung schickten sie denn auch einen prominenten rechtsextremen Vertreter zum Interview.

John Hoewer, beantwortete als alter Herr (31) die Interviewfragen. Zu seinem Werdegang in die Burschenschaft Germania sagte er direkt folgendes:

„Ich war davor schon bei anderen Verbindungen zu Besuch, wo alle die ganze Zeit betonten, nicht rechtsradikal zu sein“, erzählt er. Die Germania hingegen, so sagte man ihm damals, die sei sehr sehr rechts. Für Hoewer war der Fall klar: Er stellte sich bei der Germania vor.“

Hoewer, ist seit Jahren in der rechtsextremen Szene aktiv. Mit Vertretern der rechtsextremen „Initiative Ein Prozent“ nahm er schon auf einem Kongress der Jugendorganisation der italienischen Neofaschisten von Casa Pound teil. Auf dem Kongress waren mit Hoewer auch Vertreter der Jungen Nationaldemokraten aus Deutschland und Neofaschisten von der „Griechischen Morgenröte“ anwesend.

Hoewer hat auch engste Verbindungen zu den rechtsextremen Identitären, mit denen er ebenfalls auf dem Kongress war. Bei einer Demonstration von Antifaschist/innen in Halle, im November letzten Jahres, gegen das dortige Zentrum der Identitären von Kontrakultur Halle, gehörte Hoewer zu den sich dort versammelten Rechtsextremen.

Für die AfD Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt war er bis vor kurzen Referent für Inneres. Mittlerweile leitet Hoewer das Büro der AfD-Landesgruppe Sachsen-Anhalt im Bundestag.

Rechter Spitzel im Innenausschuss?

Mit seiner neuen Funktion bei der AfD im Bundestag sitzt Hoewer auch als Referent im Innenausschuss des Bundestages. Dort regt sich mittlerweile Protest gegen die Anwesenheit Hoewes auf den Sitzungen.

Die Mitteldeutsche Zeitung titelte unlängst: „Zugang zu sensiblen Daten – Rechter Spitzel im Ausschuss?“ und berichtete, dass mehrere Politiker/innen den Ausschluss von Hoewer aus dem Innenausschuss fordern: „Der Innenausschuss kontrolliert die Arbeit der Polizei. Dabei erhält er auch Erkenntnisse der Behörden zu Straftätern und politischen Extremisten“. Abgeordnete fürchten, dass solche Informationen durch Hoewer direkt in die rechtsextreme Szene abfließen können.
https://www.mz-web.de/…/zugang-zu-sensiblen-daten-rechter-s…

Hoewer, der AfD-Funktionär und Identitären Sympathisant passt perfekt als Repräsentant der Kölner Burschenschaft Germania, die als einzige Kölner Burschenschaft noch im Dachverband der rechtsextremen „Deutschen Burschenschaft“ vertreten ist. Dort waren vor einigen Jahren viele andere Burschenschaften ausgetreten, nachdem die mit der Germania befreundeten Raczeks aus Bonn, den sogenannten „Arierparagraph“ beantragt hatten, der besagt, dass „Menschen, welche nicht von deutschem Stamme sind“ keine Burschenschafter werden dürften.

Hier geht es zum Artikel der Kölner Studierendenzeitung

Vernetzung der Neuen Rechten in Köln und Umgebung

Die Zeit hat ein umfangreiches Netzwerk neurechter Denkfabriken, Medien und Spender veröffentlicht.

„Im Mittelpunkt der Neuen Rechten steht die AfD: Sie ist der parlamentarische Arm der Bewegung, ihre Politiker vertreten die Ideen der Neuen Rechten auf der Straße, in Kommunen und Ländern und mittlerweile sogar im Bundestag. Die Partei unterhält enge Kontakte ins rechtsradikale Milieu, beschäftigt ehemalige Neonazis und lässt sich von rechten Multimillionären sponsern. Die AfD ist der Nukleus, das Kraftzentrum des Milieus.

Vor allem in Berlin, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Sachsen-Anhalt haben die Neuen Rechten Strukturen aufgebaut.“

Die ZEIT listet einige Organisationen auf, die auch hier in Köln und Umgebung angesiedelt sind:

Arcadi Magazin
Darunter ist u.a. das Arcadi Magazin aus Leverkusen. Eine wichtige Schnittstelle zwischen AfD, Identitären, der Ein Prozent Bewegung und Burschenschafen.

Burschenschaft Germania
Die Burschenschaft Germania unterhält Verbindungen und Häuser in Hamburg, Magdeburg, Halle, Leipzig und auch in Köln Bayenthal (Bayenthalgürtel/Gustav-Heinemann Ufer). Die Burschenschaft Germania ist seit Jahrzehnten im rechtsextremen Spektrum aktiv. Einige ihrer Mitglieder arbeiten für die AfD in Landtagen oder im Bundestag und sind bei Identitären und neonazistischen Kameradschaften aktiv

Eigentümlich frei
Die Zeit erwähnt auch die Zeitschrift „Eigentümlich frei“, die ihren Hauptsitz in Düsseldorf hat. Eigentümlich Frei kommt aus der libertären Ecke und hat sich immer mehr rechtsextremen Gruppen wie den Identitären angenähert. In Köln riefen diese Libertären um den rechten Blogger Miró Wolsfeld und der Hayek Club Aktivistin Hannelore Thomas auch zu der Nazidemo am 14.04. auf dem Kölner Heumarkt auf.

Desiderius-Erasmus-Stiftung
Als zentrale Stiftung der AfD soll in den nächsten Jahren die Desiderius-Erasmus-Stiftung dienen. Bis zu 70 Millionen Euro werden der Stiftung zur Verfügung stehen um mit Stipendien und Forschungsaufträgen die rechte und rechtsradikale Szene zu unterstützen. Geleitet wird die Stiftung von der ehemaligen CDU-Bundestagsabgeordneten Erika Steinbach. Aus Köln sitzt im Vorstand der Stiftung die Marienburger Anwältin Dr. Daniela Ochmann, die seit Jahren für die AfD aktiv ist und Beisitzerin im Kölner AfD-Kreisvorstand ist.