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Schlappe für Alice Weidel (AfD) am Rande zur Gamescom

Alice Weidel und die AfD Köln versuchten am Samstag in Köln vor der Dom-Kulisse ihre Hetzkampagne gegen Oberbürgermeisterin Henriette Reker (“Reker muss weg“) zu starten. Ganze 15 Minuten hielt es die AfD-Bundesvorsitzende Alice Weidel am Stand ihrer ParteikollegInnen auf dem Bahnhofsvorplatz aus. Der Stand mit nur 34 AfDlerInnen wurde durch 250 GegendemonstrantInnen von der Öffentlichkeit abgeschirmt. Die Polizei umstellte die AfD zusätzlich mit Absperrgittern während die Demonstrierenden ihren Unmut über den unerwünschten Besuch lautstark äußerten. [1]

„Köln ist ein schlechtes Pflaster für die AfD. Die AfD hat sich bis heute nicht vom Rechtsterrorismus distanziert. Dass die AfD ausgerechnet gegen Henriette Reker hetzt, die selbst Opfer des Rechtsterrorismus ist, spricht Bände“ , sagt Tom Wohlfarth von Köln gegen Rechts.

Teil es Empfangskomitees für Weidel waren neben Sven Tritschler (AfD Landtagsmitglied) auch Damian Lohr (Vorsitzender Junge Alternative Rheinland-Pfalz), der am 3. März in Kandel in der Nähe der Identitären Bewegung (IB) marschierte.* Auch der Kölner Parteifunktionär Rainhard Krasson (AfD Köln)[2] tritt offen mit der verfassungsfeindlichen Identitären Bewegung auf und Yannick Noé (AfD Leverkusen) und Maximillian Kneller (AfD Bielefeld) werden zum rechtsextremen Netzwerk des identitären Arcadi-Magazins gezählt. [3]

Köln gegen Rechts

Pressemitteilung: Köln, 26.08.2018

*) Ergänzung zu unserer PM am 26.08.2018 um 21:45 Uhr

[1] Fotos und Videos unter https://www.facebook.com/1546588135558896/posts/2147985722085798/

[2] Krasson mit der Identitären Bewegung auf einer Demonstration: https://m.facebook.com/Koeln.gegen.Rechts/photos/2030764050474633/

[3] Ein Teil unserer Recherche zum Arcadi-Netzwerk erschien im Antifaschistischen Infoblatt: http://gegenrechts.koeln/2018/exklusiv-das-rechtsextreme-netzwerk-um-das-arcadi-magazin-entlarvt/

Exklusiv: Das rechtsextreme Netzwerk um das Arcadi Magazin entlarvt

Köln gegen Rechts veröffentlicht im Antifaschistischen Infoblatt (AIB) exklusiv einen Teil der Recherche über das Arcadi Magazin. Darin werden die Strukturen und Führungsfiguren beleuchtet, welche das Arcadi Magazin hervorbringen, unter anderem die AfD, Junge Alternative, Identitäre Bewegung und bundesweit miteinander vernetzten Burschenschaften.

„Bisher stand bloß der Leverkusener AfD-Politiker Yannick Noé im Rampenlicht des Interesses. Wir legen offen, dass das Arcadi-Magazin von einem breit aufgestellten, rechtsextremen Netzwerk um Führungsfiguren der Burschenschaft AHB! Rhenania Salinga Düsseldorf sowie Aktivisten der Jungen Alternativen bzw. AfD hervorgebracht wird. Sie sind im Verein Publicatio e.V. organisiert und arbeiten mit der Identitären Bewegung und Reconquista Germanica zusammen,“ sagt Tom Wohlfarth von Köln gegen Rechts. Im AIB 119 heißt es hierzu:

„Die Macher vom Arcadi-Magazin und von Publicatio e.V. Yannick Noé,
Zacharias Schalley und Maximillian Schmitz sind gleichzeitig
Burschenschaftler der AHB! Rhenania Salinga. (…) Alle drei sind
Autoren des Arcadi-Magazins, Gründungsmitglieder des Vereins Publicatio
e.V., Mitglieder der Jungen Alternative bzw. AfD NRW und in der Campus
Alternative Düsseldorf organisiert. Aus ihrem Kreis entspringt auch der
Gründungsvereinsvorstand der Identitären Bewegung Deutschland, John
David Haase. Yannick Noé war nach Recherchen der ARD auch auf dem
Reconquista Germanica-Server aktiv. (…) Bei einer
Mitgliederversammlung von Publicatio im Mai 2017 (…) nahmen auch die
Mitglieder Jens Barkemeyer (Junge Union Düsseldorf), Roland Quinten
(ehemaliger Vorsitzender des Kreisverbandes Köln) und die Arcadi-Autorin
Daniela Boumann-Quast (AfD Düren) teil.“

„Wichtig war es uns zudem, den Sexismus in der extremen Rechten zu beleuchten und wie Frauen aus dem Umfeld der Identitären Bewegung und der AfD an der Reproduktion veralteter Rollenbilder mitwirken.“ Im AIB 119 heißt es hierzu:

„Die Frau soll Mutter und somit Bewahrerin des Volkes sein
oder ganz einfach als Lustobjekt fungieren.
Dazwischen gibt es keinen Patz für sie.“

Köln gegen Rechts kündigt weitere Veröffentlichungen zum Arcadi Magazin an. Das Antifaschistisches Infoblatt, Heft Nr. 119, 2/2018 kann unter https://www.antifainfoblatt.de/ausgabe/aib-119 bezogen werden.

Pressemitteilung vom 19.7.2018


 

Weitere Recherchen zum Arcadi-Netzwerk:

Düsseldorf Rechtsaußen: https://duesseldorf-rechtsaussen.de/2016/05/23/d-afd-hochschulgruppe-geht-bei-rhenanen-ein-und-aus/ (23. Mai 2016)

noEFlinz Blog: https://noeflinz.noblogs.org/organisationen/arcadi/

Kölner Stadt-Anzeiger: https://www.ksta.de/29934476 (28.03.2018)

Antifaschistische Aktion Leverkusen AALEV: https://www.aalev.info/index.php/10-beitraege/antifaschismus/69-pressemitteilung-extrem-rechter-verein-aus-leverkusen-plant-fest-mit-europaweiter-beteiligung-im-schloss-morsbroich

*Nachtrag vom 26.08.2018*
Veröffentlichungen auf Basis unserer Veröffentlichung:

Hagalil.com: http://www.hagalil.com/2018/08/arcadi/

Correctiv.org: https://correctiv.org/blog/ruhr/artikel/2018/08/16/afd-funktionare-finanzieren-identitare-bewegung-in-nrw/

Correctiv.org: https://correctiv.org/blog/ruhr/artikel/2018/08/17/cdu-kommunalpolitiker-hat-verbindung-zu-rechtem-unterstutzerverein/

AfD-Funktionäre finanzieren Identitäre Bewegung in NRW

Die Recherche von Köln gegen Rechts hat ein enges Netzwerk zwischen der AfD NRW und der Identitären Bewegung aufgedeckt. AfD-Funktionäre aus Leverkusen finanzieren offenbar die Identitäre Bewegung in NRW, heißt es bei Correctiv.org.

https://correctiv.org/blog/ruhr/artikel/2018/08/16/afd-funktionare-finanzieren-identitare-bewegung-in-nrw/

Mehr Informationen zur exklusiv im Antifaschistischen Infoblatt veröffentlichten Recherche über das Arcadi-Netzwerk und Publicatio e.V. gibt es hier.

Vernetzung der Neuen Rechten in Köln und Umgebung

Die Zeit hat ein umfangreiches Netzwerk neurechter Denkfabriken, Medien und Spender veröffentlicht.

„Im Mittelpunkt der Neuen Rechten steht die AfD: Sie ist der parlamentarische Arm der Bewegung, ihre Politiker vertreten die Ideen der Neuen Rechten auf der Straße, in Kommunen und Ländern und mittlerweile sogar im Bundestag. Die Partei unterhält enge Kontakte ins rechtsradikale Milieu, beschäftigt ehemalige Neonazis und lässt sich von rechten Multimillionären sponsern. Die AfD ist der Nukleus, das Kraftzentrum des Milieus.

Vor allem in Berlin, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Sachsen-Anhalt haben die Neuen Rechten Strukturen aufgebaut.“

Die ZEIT listet einige Organisationen auf, die auch hier in Köln und Umgebung angesiedelt sind:

Arcadi Magazin
Darunter ist u.a. das Arcadi Magazin aus Leverkusen. Eine wichtige Schnittstelle zwischen AfD, Identitären, der Ein Prozent Bewegung und Burschenschafen.

Burschenschaft Germania
Die Burschenschaft Germania unterhält Verbindungen und Häuser in Hamburg, Magdeburg, Halle, Leipzig und auch in Köln Bayenthal (Bayenthalgürtel/Gustav-Heinemann Ufer). Die Burschenschaft Germania ist seit Jahrzehnten im rechtsextremen Spektrum aktiv. Einige ihrer Mitglieder arbeiten für die AfD in Landtagen oder im Bundestag und sind bei Identitären und neonazistischen Kameradschaften aktiv

Eigentümlich frei
Die Zeit erwähnt auch die Zeitschrift „Eigentümlich frei“, die ihren Hauptsitz in Düsseldorf hat. Eigentümlich Frei kommt aus der libertären Ecke und hat sich immer mehr rechtsextremen Gruppen wie den Identitären angenähert. In Köln riefen diese Libertären um den rechten Blogger Miró Wolsfeld und der Hayek Club Aktivistin Hannelore Thomas auch zu der Nazidemo am 14.04. auf dem Kölner Heumarkt auf.

Desiderius-Erasmus-Stiftung
Als zentrale Stiftung der AfD soll in den nächsten Jahren die Desiderius-Erasmus-Stiftung dienen. Bis zu 70 Millionen Euro werden der Stiftung zur Verfügung stehen um mit Stipendien und Forschungsaufträgen die rechte und rechtsradikale Szene zu unterstützen. Geleitet wird die Stiftung von der ehemaligen CDU-Bundestagsabgeordneten Erika Steinbach. Aus Köln sitzt im Vorstand der Stiftung die Marienburger Anwältin Dr. Daniela Ochmann, die seit Jahren für die AfD aktiv ist und Beisitzerin im Kölner AfD-Kreisvorstand ist.