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Keine Räume für Max Otte an der Uni Köln

Keine Räume für Max Otte an der Uni! Kundgebung am 4. Dezember um 18 Uhr vor dem Hörsaalgebäude

Im Rahmen einer deutschlandweiten Tour soll am 04.12.2018 der Vorsitzende des Kuratoriums der AfD nahen Desiderius-Erasmus Stiftung, Max Otte, den Vortrag „Deutschland im Spannungsfeld der Globalisierung und Geopolitik“ an der Universität zu Köln halten.

Leider sind weder die Veranstalter*innen, noch die Universität auf unsere Forderung, die Veranstaltung abzusagen, eingegangen. Die Universität zu Köln distanziert sich lediglich von der Veranstaltung und wird nicht aus dem Mietvertrag aussteigen. Wir rufen dazu auf, die Veranstaltung nicht unkommentiert zu lassen.

Max Otte fällt seit einiger Zeit durch extremrechte Positionen auf. So gehörte Max Otte im März 2018 neben Vera Lengsfeld, Eva Hermann oder Thilo Sarrazin zu den Erstunterzeichner*innen der „Erklärung 2018“, welche eine Beschädigung Deutschlands durch „illegale Masseneinwanderung“ herbeifantasiert. Im Mai diesen Jahres hat Otte das „neue Hambacher Fest“ veranstaltet, welches als eine Art Vernetzungstreffen von Neuen Rechten und Konservativen fungiert. „Wir sind hier, um zu zeigen, dass unser Vaterland lebt.“ wird er dort zitiert. Diese Vernetzung betreibt Max Otte in Personalunion. Obwohl langjähriges CDU Mitglied und dort der WerteUnion zugehörig, ist Otte seit Juni 2018 Vorsitzender des Kuratoriums der AfD-nahen Desiderius-Erasmus Stiftung.

Die Berichterstattung über Angriffegewalttätiger Neonazis und Rechtsextremist*innen auf People of Colour und Migrant*innen in Chemnitz relativierte Otte als „medial völlig verzerrt dargestellte Vorfälle“ und verglich diese mit dem Reichstagsbrand im Februar 1933. Die Berichterstattung der Hetzjagden von Neofaschist*innen als mediale Kampagne darzustellen, welche nur dazu diene, die Chemnitzer Patrioten kleinzuhalten“ sagt viel über die Weltanschauung Ottes aus. Wenn Otte über „Deutschland im Spannungsfeld der Globalisierung und Geopolitik“ referieren soll, ist hierbei eine rechte Erzählung zu erwarten, wie Sie in der „Erklärung 2018“ bereits vorgenommen wird.

Eine Veranstaltung mit Max Otte stellt damit eine weitere Legitimierung rechter Positionen im öffentlichen Diskurs dar und ist eine Gefahr für alle Studierenden der Universität zu Köln, welche nicht in das nützlichkeitsrassistische bis völkische Bild der AfD passen.

Die Hetze von Rechten in Talkshows, im Netz und nicht zuletzt in der Universität führt nicht zu einem Mehr an Demokratie, sondern zu einem Mehr an Ausgrenzung, Gewalt und Tod für diejenigen, die ohnehin schon an den gesellschaftlichen Rand gedrängt sind. Für den Ausschluss menschenverachtender Ideologien und deren Vertreter*innen gibt es gute Gründe: Wenn Rassismus, Sexismus, Antisemitismus und Homophobie legitime Positionen sind, nimmt die Freiheit all jener ab, die hiervon betroffen sind. Mit dem Vortrag von Max Otte wird eine immer weitere Sagbarkeit völkischer und rassistischer Positionen, ob unwillentlich oder nicht, vorangetrieben.

Die bedingungslose Ächtung faschistischer Propaganda ist ein notwendige Konsequenz aus der deutschen Geschichte.

Die Normalisierung des Rechtsrucks ist schon zu weit fortgeschritten. Es liegt nun an uns, den Protest am 4. Dezember auf die Straße zu tragen und damit dem neoliberalen und rassistischen Gesellschaftsentwurf von Max Otte keine Bühne zu bieten.

Kommt zur Kundgebung um 18 Uhr und sagt dem Rechtsruck und seinen Protagonist*innen den Kampf an!

Stadtrundgang „Jüdisches Leben und Nationalsozialismus in Ehrenfeld“

Der „Kölner Appell gegen Rassismus e.V.“ lädt ein zum Stadrundgang am Sonntag, 18.11.2018 um 14:00 Uhr.

Veranstaltet vom Kölner Appell gegen Rassismus e..V. führt der Historiker Daniel Brücken den Stadtrundgang „Jüdisches Leben und Nationalsozialismus in Ehrenfeld“ durch.

Ausgehend von der Entstehung und Entwicklung des Stadtteils Ehrenfeld im 19. Jhd wird dargestellt, wie sich das Alltagsleben im Arbeiterviertel in der Zeit des Nationalsozialismus gestaltet hat. Geschildert wird, wie sich jüdisches Leben in Köln historisch entwickelt hat und wie die Unterdrückung und Vernichtung der jüdischen Gemeinde unter der Herrschaft der Nazis auch in Ehrenfeld sichtbar wurde.

Der ausgeprägte Widerstand der Ehrenfelder*Innen wird stellvertretend auch am Beispiel der Edelweißpiraten dargestellt.

Der Rundgang ist kostenlos, um Spenden wird gebeten.

Treffpunkt: Körnerstraße/Ecke Subbelrather Straße

Demo: „Dem Rechten Aufmarsch entgegentreten“

Rechtes Netzwerk will in Köln demonstrieren

Am kommenden Sonntag den 04.11.will in Köln ein rechtes Netzwerk aus verschiedenen Gruppen demonstrieren.

Aufgerufen zur der Kundgebung am Neumarkt haben die aus Bottrop stammenden „Mütter gegen Gewalt“ und „Beweg was“ aus Mainz. Beide Gruppen sind in der rechtsextremen Szene gut vernetzt. Die „Mütter gegen Gewalt“ haben in den letzten beiden Jahren zu zahlreichen Demos aufgerufen, auf denen Nazis aller Gruppierungen aufliefen. NPD, rechtsextreme Kameradschaften, AfD und rechte Hooligans waren auf ihren Demos u.a. in Bottrop, Duisburg oder Essen anwesend. Die Gründerin von „Mütter gegen Gewalt“, „Mona Maja“ war Rednerin auf dem letzten Neujahrsempfang der in Köln wohlbekannten Nazis von „Pro Köln“. Zwei Wochen später (17.11.) rufen die “Mütter gegen Gewalt“ mit zahlreichen anderen Nazigruppen zu einer Demonstration in Düsseldorf auf, unter dem Motto „Migrationspakt stoppen“.

http://www.belltower.news/artikel/m%C3%BCtter-gegen-gewalt-eltern-gegen-gewalt-133333

Auch die aus Mainz stammende Gruppe „Beweg was“, die zur Kundgebung in Köln aufruft, ist hier durch die Teilnahme an mehreren Nazidemos (u.a. am 18. August im Kunibertsviertel) zusammen mit den „Patrioten NRW“ bekannt. Ebenso das „Haus Deutschland“, dessen Gründer Serge Menga mit dem Reichsbürger-Spektrum sympathisiert.

„Begleitschutz Köln“ und die sogenannte jüdische Weltverschwörung, oder mit Hitlergruß für den Weltfrieden

Aus Köln ruft Dennis Mocha vom „Begleitschutz Köln“ („Internationale Kölsche Mitte“) zu der Kundgebung am 04.11. auf. Unter dem Motto: „Für den Frieden in Europa“ mobilisieren sie mit den anderen rechten Gruppen und Nazis für 14h zum Neumarkt.

Bei der letzten Kundgebung von Mochas Begleitschutztruppe am Kölner Hauptbahnhof kam es zu einer Festnahme wegen Zeigens des Hitlergrußes.Die Demo am 04.11. hat Mocha dieses Mal mit dem Ex-NPDler Carsten Jahn aus Radevormwald organisiert. Nachdem Mocha Anfang Oktober mit Jahn zusammen auf einer Nazikundgebung des Pro NRWlers Markus Beisicht in Leverkusen aufgelaufen war, kündigten beide in einem Livestream die geplante Kundgebung am 04.11. in Köln an. Im Livestream ging es ihnen weniger um den Weltfrieden, sondern vielmehr um die Verbreitung antisemitischer Verschwörungstheorien. Dort riefen sie zur Unterstützung einer Petition des Rechtsextremen Identitären Chefs Sellner auf, in dem dieser einen Migrationspakt der UN als jüdische Weltverschwörung zum großen Bevölkerungsaustausch darstellt. Migration als zentral geplanter Angriff des Weltjudentums auf die kulturelle Identität ist in zahlreichen rechtsextremen Blogs ein zentrales Thema. Eine Ideologie, die sich auch der Attentäter von Pittsburgh zu Eigen gemacht hat, als er 11 Menschen in einer jüdischen Synagoge erschoss.

Jahn, der offenbar Mochas neues politisches Vorbild ist, phantasiert in dem Video neben dem großen Bevölkerungsaustausch auch von Freimaurern und Illuminaten, die die Welt bedrohen und hetzt gegen Multikulti.

Diesen rechten Spinnern werden wir am 04.11. keinen Platz für Rassismus oder antisemitische Weltverschwörungsphantasien geben.

Ein friedliches Europa kann es nur ohne Rassismus, Antisemitismus und Nationalismus geben.

Dem Rechten Aufmarsch entgegentreten. Sonntag 04.11.2018 – 13.30h Neumarkt

Rechte Begleitschutzdemo sucht weitere Unterstützung bei rechtsextremen Gruppen

Die für den 29. September angekündigte rechte Kundgebung aus dem Umfeld des „Begleitschutzes Köln“, ist bisher wohl noch nicht so richtig in Fahrt gekommen, da auch viele aus dem direkten Umfeld durch die rechtsextremen Verbindungen abgeschreckt werden. Aus diesem Grunde sucht Demoanmelder Dennis Mocha immer mehr Unterstützung im überregionalen rechtsextremen Lager. Dabei greift er auf rechtsextreme Gruppen zurück, die auch teilweise bei den letzten beiden Nazidemos am 14. April und 28. August in Köln anwesend waren.

Als Redner wird Serge Menga auftreten, der am 14.04. zusammen mit AfD und PEGIDA Anhänger/innen auf der Bühne war. Desweiteren wird sich um Unterstützung der rechtsextremen „Biker für Deutschland und „Mütter gegen Gewalt“ bemüht, die auch am 28. August zur Nazidemo in Köln aufgerufen hatten.

Vor allem aber bemüht er sich um Unterstützung der rechtsextremen Hooligans um „Mönchengladbach steht auf“. Der rechte Mönchengladbacher Hooligan Dominik Roesler (früher auch Pro NRW) hatte die Hogesa-Demos in Köln angemeldet.

„Presse = verlogene Schweine“/Soros Plan und andere Nazipropaganda

In einem zur Demo am 29. September veröffentlichten Video versucht Mocha sich vordergründig von Rechten Gruppen abzugrenzen und sich tatsächlich als „Internationale Kölsche Mitte“ darzustellen.

Blöd nur, wenn in dem Video die üblichen Naziparolen wiedergegeben werden.

Bitte vertraut der Presse nicht – es sind verlogene Schweine. Es wird nur das berichtet was Frau Merkel und diese Regierung… möchte“ heißt es dort im besten Nazisprech. An anderer Stelle in dem recht wirren Video ist vom Soros Plan die Rede, über den Mocha angeblich bestens Bescheid weiß. Dieser wird ansonsten von offenen antisemitischen rechtsextremen Gruppen als Plan „für den großen Bevölkerungsaustausch“ in kruden Verschwörungszirkeln zitiert.

Kontakte in Club und Techno-Szene in Köln und Düsseldorf

In dem Video bedankt sich Mocha auch über Unterstützung aus der Techno-Szene, in der er bisher gut vernetzt ist. Schon vor ein paar Tagen berichtete der Blog ruhrbarone.de, dass Mocha regelmäßig DJ im Kölner Bootshaus ist.

Direkt nach der rechten Demo am 29.09. ist er auch in dem Düsseldorfer Club Basement als DJ des Abends angekündigt.

Inwieweit, da seine rechtsextremen Verbindungen bekannt sind, ist bisher unbekannt. Einen Organisator von Naziaufmärschen im direkten Anschluss als DJ auflegen zu lassen, dürfte allerdings keine gute Idee sein….

Am 29. September wird es um 15.00h am Breslauer Platz von Köln gegen Rechts eine Kundgebung geben unter dem Motto:

Dem rechten Mob nicht die Strasse überlassen!

Kundgebung gegen Antisemitismus

Anlässlich des antisemitischen Übergriffs auf einen israelischen Professor in Bonn vor ein paar Wochen, findet heute in Köln die Aktion Kippa Colonia statt. Es rufen auch linke Gruppen dazu auf, sich am Rande zu beteiligen:

„Unabhängig von den Anmelder*innen der Veranstaltung, deren politische Agenda wir in vielen, u.a. rechtsoffenen Punkten nicht teilen, möchten wir -das Rheinische antifaschistische Bündnis gegen Antisemitismus „RABA“ – dazu aufrufen, an diesem Termin solidarisch mit den Betroffenen dort zu stehen.“

Bei dem Ereignis Anfang Juli war ein israelischer Professor im Bonner Hofgarten aufgrund seiner Kippa als Kopfbedeckung, von einem 20 Jährigen erst mit antisemitischen Rufen wie „Fuck Jews“ beleidigt worden und später körperlich attackiert worden. Die herbeigerufene Polizei verprügelte dann aber erst mal den Professor. Dieser erhob schwere Vorwürfe gegen die eingesetzten Beamten und sprach von zahlreichen Faustschlägen ins Gesicht. Zwei Wochen später stellte sich dann heraus, dass einer der Beamten schon Mal durch rechtsextreme Äußerungen im Polizeidienst aufgefallen war.

https://www.waz.de/politik/nach-bonner-vorfall-polizist-verbreitete-goebbels-zitat-id214949071.html